LIFESTYLE

Bayerische Gemütlichkeit im Herzen Berlins

verfasst von Jean Bork

In Berlin gibt es viele Restaurants. Selbst uns Berlinern fällt es hierbei schwer sich zu entscheiden. So geht es aber nicht nur uns, denn für viele ist es wichtig ein Restaurant zu finden, welches eine ausgezeichnete Küche aufweist, verbunden mit einem aufmerksamen Service und einer großen Portion Gemütlichkeit. Wir sind „zünftig fündig“ geworden. Im Herzen Berlins, genauer gesagt, direkt am Hackeschen Markt, befindet sich ein gemütliches und leckeres Plätzchen… das Weihenstephaner Berlin. 

Freundlich wurden wir in Empfang genommen. Der Herr des Hauses, Patric Neeser, begrüßt uns persönlich. Schon beim Eintreten spüren wir die Gemütlichkeit und erschnuppern vor allem die leckere Küche. Wir nehmen Platz und kommen gleich ins Gespräch. Herr Neeser ist der ideale Gastgeber. Wir fühlen uns wohl. Biere hat das Haus noch und nöcher. Die Auswahl ist groß, aber durchaus übersichtlich. Übrigens, das Weihenstephaner gehört immer zu den ersten Restaurants in Berlin, die mit Festbier beliefert werden.

Foto: Dirk Schiemann

Wir lassen es uns also nicht nehmen, den Empfehlungen von Herrn Nesser zu vertrauen. Zu unserer gemütlichen Runde wird wenig später ein Kristall Weizenbock gebracht. Eine limitierte Abfüllung einer historischen Bierspezialität aus der ältesten Brauerei der Welt. Dazu gibt es erstmal eine gemischte „Brettjause“ als Appetitanreger. Wir geniessen Wurst- und Schinkenspezialitäten vom Kitzbüheler Hausmetzger Huber, Verhackertes, Grammelschmalz und Obatzda, dazu Radi, Butter und Bauernbrot. Der Obatzda wird hier noch nach Originalrezept zubereitet.

In gemütlicher Runde plaudern wir dazu ein wenig. Wir erfahren, dass das Weihenstephaner schon jetzt so gut wie ausgebucht ist zur Weihnachtsfeierzeit. Nur einige wenige Tage sind noch zu haben. Wir sind wohl nicht die einzigen, die gemerkt haben, dass das Weihenstephaner ein beliebtes Plätzchen ist. Uns interessiert jedoch, wer genau ist Patric Neeser? Patric Neeser würden wir als sofort sympathisch und offen beschreiben. Er passt perfekt hierher und gibt zusammen mit seinem Team dem Weihenstephaner einen ganz besonderen Charakter. Er selbst stammt aus der 5-Sterne Luxushotel-Kategorie. Irgendwann begann jedoch bei dem Familienvater der Wunsch nach Veränderung und so wollte es das Schicksal, dass es ihn nach Berlin verschlägt. Viele Telefonate wurden damals geführt. In seinem Handy war das Weihenstephaner damals unter dem Namen „Kneipe in Berlin“ gespeichert. Witzigerweise ist es das heute noch, wie er uns wenig später zeigt.

Natürlich hatten wir noch weitere Fragen an ihn:

Wie ist eigentlich Ihr Tagesablauf hier im Weihenstephaner?

Patric Neeser: Ich nutze das Weihenstephaner natürlich gerne für Besprechungen mit unseren Kooperationspartnern wie etwa Incoming- oder Marketing-Agenturen. Diese Termine beginnen oft um 9 oder 10 Uhr. Zwischen den Terminen gehe ich ins Büro und kümmere mich um die Buchhaltung, Personalthemen und um die Reservierungsanfragen – im Sommer besonders für unseren Innenhof, im Herbst und Winter für unseren schönen Gewölbekeller. Am Abend begrüße ich an vielen Tagen auch unsere Gäste persönlich und bin daher als Gastgeber häufig bis 22/23 Uhr am Hackeschen Markt.

Was machen ihre Tage hier so besonders?

Patric Neeser: Seit Anfang 2012 betreiben meine Frau Cornelia und ich nun das Weihenstephaner Berlin am Hackeschen Markt und legten vom ersten Tag an ein besonderes Augenmerk auf den persönlichen Kontakt zu unseren Gästen. Die herzliche Atmosphäre macht das Restaurant nicht nur für die Gäste zu einem Anziehungspunkt, sondern bereitet auch mir und meinem Team viel Freude bei der Arbeit. Und wo kann man schon seine Geschäftstermine morgens um 10 in der Sonne und im Biergarten durchführen?

Wie kommt der bayerische Genuss in der Hauptstadt an?

Patric Neeser: Mit seiner alpenländischen, frischen Küche und seinem vielseitigen Biersortiment aus der Staatsbrauerei Weihenstephan ist das Restaurant mittlerweile seit 14 Jahren am Hackeschen Markt etabliert. Dabei sind nicht nur Familienfeiertage wie Ostern oder Weihnachten, das Oktoberfest oder die Starkbiersaison Publikumsmagneten, auch rund ums Jahr kehren hier viele Gäste auf ein Feierabendbier, deftige Schmakerl oder einen entspannten Abend mit dem Freundeskreis ein.  

Treffen Sie hier häufiger auf Touristen oder kommen auch gerne Ur-Berliner hierher?

Patric Neeser: Mitten auf dem Hackeschen Markt gelegen, zieht unser Restaurant sowohl Stadtbesucher als auch Berliner an, die hier wohnen, arbeiten oder gerade unterwegs sind. So ist unser Publikum immer sehr bunt und international. Auch die Terrassen im Innenhof sowie auf dem Vorplatz machen das Lokal in den Sonnenmonaten sehr beliebt bei allen, die das Wetter genießen möchten oder einen Rückzugsort inmitten der Großstadt suchen.  

Welche Gerichte sind auf Ihrer Karte ganz besonders beliebt?

Patric Neeser: Unsere Speisekarte hat das Motto „Zurück zum Ursprung“: Besonders beliebt sind Klassiker der alpinen Küche wie der „Ofenfrische Krustenschweinebraten“ in Weihenstephaner Dunkelbiersauce, der vom Hausmetzger Huber aus Kitzbühel stammt. Aber auch die Currywurst darf in Berlin nicht fehlen, allerdings servieren wir sie im Weihenstephaner als „Almcurrywurst“ vom zarten Tiroler Vollmilchkalb und mit einer eigens kreierten Currysauce.

Gibt es Specials zur beginnenden Sommerzeit?

Patric Neeser: Kaum werden die Tage länger, bieten sich auch wieder viele festliche oder saisonale Gelegenheiten gemeinsame Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen. So steht aktuell nicht nur das Osterfest vor der Tür, das wir mit einer speziellen Karte rund um traditionelle Gerichte wie das Weihenstephaner Gröstl von der Lammhaxe oder den hausgebeizten Lachs auf Kartoffelrösti feiern. Auch gastronomische Highlights wie die heißersehnte Spargelsaison, der Maibock oder der Festbieranstich zum Oktoberfest geben Anlass zum Feiern und Genießen.

Was ist im Sommer das Highlight?

Patric Neeser: Mein persönliches Highlight des Frühsommers ist wie in jedem Jahr der Beginn der Terrassensaison: Das erste frischgezapfte Bier, das unsere Gäste im Sonnenschein genießen können,  diese entspannte und gesellige Stimmung – da weiß man gleich, dass die warme Jahreszeit Einzug gehalten hat. Höhepunkt im Spätsommer ist dann natürlich die Festbier-Saison zum Oktoberfest, die in Bayern aber fast schon eine eigenständige Jahreszeit ist.

Welche besonderen Biere bieten Sie an?

Patric Neeser: Eine ganz besondere Sorte, die wir erst seit kurzem ausschenken, ist der Weihenstephaner Kristallweizenbock. Das Starkbier aus den 50er Jahren wurde erst kürzlich wiederentdeckt und ist einzigartig in Berlin und Deutschland. Passend zu unseren alpenländischen Gerichten werden aber auch sämtliche Biersorten der ältesten Brauerei der Welt, der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, fast alle frisch gezapft, ausgeschenkt. Mit dabei sind mehrere mit dem World Beer Award prämierte Biersorten wie das vollmundige Weihenstephaner Hefeweißbier, der Weizenbock Vitus oder der fruchtig-dunkle Doppelbock Korbinian.

Dann war es Zeit für den Hauptgang. Es wurde ein ofenfrischer Schweinsbraten vom Hausmetzger mit Weihenstephaner Dunkelbiersauce, Kartoffelknödel und hausgemachtem Speck – Krautsalat und eine ofenfrische Schweins´hax´n – ein gutes Kilo –  in Weihenstephaner Starkbiersauce auf Sauerkraut mit Kartoffelknödel serviert. Allein der Duft steigerte unseren Appetit. Das Fleisch der Haxn ließ sich ganz leicht ablösen und hatte einen wundervollen zarten Geschmack. Die Kruste war kross, und das Sauerkraut, nach dem Rezept der Mutter, passte geschmacklich perfekt dazu. Auch der Schweinsbraten war eine Köstlichkeit und die Soßen gaben den Gerichten den letzten Schliff. 

Völlig gesättigt und glücklich gab es zum Abschluss noch ein Dessert. Ebenfalls eine Empfehlung… Vanilleeis mit steirischem Kernöl und gerösteten Kürbiskernen. Im ersten Moment klingt dieser Nachtisch ein wenig gewöhnungsbedüftig, aber wir können versichern, dass diese Kombination nahezu perfekt ist. Sie sollten dies unbedingt mal probiert haben.

Der Hausherr liess es sich natürlich nicht nehmen, noch einen Obstler auf diesen schönen Abend mit uns zu trinken. Aber Herr Neeser wäre nicht Herr Neeser, wenn er auch dazu nichts zu sagen hätte. Im Weihenstephaner speist man nicht nur sonderlich gut, sondern lernt auch noch eine Menge. So erfuhren wir, dass der Obstler generell immer aus Apfel und Birne besteht. Besonders guten Obstler erkennt man daran, dass beim Verteilen einiger Tropfen auf dem Handrücken, kein Geruch zurückbleibt. Das ist ein Zeichen dafür, dass dies wirklich ein guter Obstler ist. Generell gilt, Spirituosen, die einen Geruch hinterlassen, wie z.B. Himbeere, haben keine gute Qualität.

Foto: Dirk Schiemann

Kurz darauf haben wir noch einen Enzian probiert. “ Der Geschmack ist in etwa so, als würde dich jemand mit dem Kopf in feuchte Erde und sattes Moos drücken.“, beschreibt Herr Neeser dieses traditionelle Getränk. Die Beschreibung traf den Nagel auf den Kopf.

Leider ging der Abend sehr schnell vorbei und so mussten wir aufbrechen. Das Weihenstephaner hatte noch zu später Stunde die Terrasse voll gefüllt mit gut gelaunten Gästen, die einen sagenhaften Blick auf den Berliner Fernsehturm geniessen durften. Ein gemütlich zünftiges Plätzchen in Berlin, dass Sie nicht verpassen sollten.

Foto: Dirk Schiemann

Wir kommen gern wieder und danken Herrn Neeser und seinem tollen Team für diesen einzigartig wunderschönen Abend. Wir haben nun ein zünftiges Plätzchen in Berlin gefunden. 

Dirk S. & Jean B.

 

 

 

 

 

 

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Jean Bork

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