KULTUR

Deutschsprachiger Autorenwettbewerb des 34. Heidelberger Stückemarkts

Vorgestellt werden

Kluge Gefühle von Maryam Zaree (Lesung um 13 Uhr),

Schlaraffzahnland von Nicole Kanter (Lesung um 14 Uhr) und

Wiegenlied für Baran von Joël László (Lesung um 15.30 Uhr).

Im Anschluss an jede Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

Kluge Gefühle von Maryam Zaree

Es lesen Sheila Eckhardt, Maria Magdalena Warzinska, Nicole Averkamp, Massoud Baygan und Andreas Seifert

Einrichtung Jürgen Popig

Tara ist Anwältin für Asylrecht und hat alles im Griff, glaubt sie. Sie datet sich durch das Internet und hält kurze, angemessene Besuche bei ihrer Mutter Shahla aus. Sie ist klüger als ihr Therapeut: »Ich denke, es hat etwas mit der Vergangenheit zu tun, und die ist doch vergangen, also lassen wir sie hinter uns und rennen nach vorne.« Bis ihre Mutter verschwindet – um etwas öffentlich zu machen, wovon nicht einmal ihre Tochter wusste. Im Internet stößt Tara auf den Livestream, in dem Shahla über ihre Folterung als schwangere Frau im iranischen Gefängnis aussagt. Nichts davon hatte sie gewusst. Von da an muss Tara stehen bleiben, zurückschauen und lernen, die Gegenwart mit neuem Blick wahrzunehmen.

Maryam Zaree

wurde in Teheran (Iran) geboren. Sie wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte Schauspiel an der Filmuniversität Potsdam-Babelsberg. Bekannt wurde sie durch die Hauptrolle im Kinofilm Shahada von Burhan Qurbani. Sie spielte in verschiedenen europäischen Filmproduktionen, unter anderem in I am not him von Tayfun Pirselimoğlu. Zudem ist sie Gastschauspielerin an verschiedenen Theatern, unter anderem am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspiel Hannover, an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Ballhaus Naunynstraße. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitet Maryam Zaree als Autorin und Regisseurin.

Schlaraffzahnland von Nicole Kanter

Es lesen Juliane Schwabe, Lea Wittig, Christina Rubruck, Andreas Uhse, Martin Wißner und Olaf Weißenberg

Einrichtung Andreas Weinmann

Wenn Fridolin, Maulwurf und der beste Freund von Biberdame Bober, seine Hamsterfreundin heiratet, dürfen natürlich Bober und Tunk, der Eisbär, nicht fehlen. Aber irgendetwas stimmt nicht in der Hamsterstadt, die hinter einer riesigen Mauer liegt, durch die man sich erst einmal essen muss. Hier gibt es Milch und Honig im Überfluss, zudem leckere Rumkugeln an den Bäumen – aber in regelmäßigen Abständen verschwinden Hamster. Doch keinem scheint das aufzufallen, alle schlagen sich weiter die Bäuche voll. Als aber Fridolins Verlobte plötzlich verschwindet, fangen Bober und Fridolin an, Fragen zu stellen. Das sieht die Ratte Raffzahn gar nicht gern … Ein spannender Theaterkrimi mit großem, buntem Figurenpersonal. Nicole Kanter gelingt es wunderbar, Gesellschaftskritik mit Unterhaltung zu verbinden.

Nicole Kanter

geboren 1977, arbeitet als Theaterpädagogin, Autorin und Physiotherapeutin im sozialpsychiatrischen Bereich. Als Autorin wurde sie bereits zum Festival »Neue Stücke für Europa« in Wiesbaden und zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen.

Wiegenlied für Baran von Joël László

Es lesen Maria Magdalena Wardzinska, Andreas Uhse und Martin Wißner

Einrichtung Laura Guhl

Nachts am Küchentisch: Sibylle und Pierre können nicht schlafen. Auf ihrem Sofa schläft dagegen der kurdische Flüchtling Baran mit beeindruckender Ausdauer. Seit ihn das Paar bei sich einquartiert hat, liegt er dort, stöhnt, spricht und schreit, während ihn Alpträume quälen. »Barans Wunden sind tief«, diagnostiziert Pierres bester Freund Samadhi (vormals Robert), der spontan nachts in der Wohnung aufschlägt. Und während Baran schläft, wälzen die Übernächtigten Gedanken hin und her: War die Aufnahme Barans in die eigenen vier Wände eine gute Idee? Pierres Tiermetaphern und Samadhis spirituelle Ratschläge helfen angesichts der miserablen Weltlage nicht weiter. Aber bestimmt schlägt Baran bald die Augen auf und dann findet man eine gemeinsame Ebene, um die drängenden Probleme der Gegenwart anzugehen. Ganz bestimmt. Joël Lászlós Text erzählt klug von Zuschreibungen und Ängsten und vermisst den Raum zwischen Ideal und Wirklichkeit politischen wie privaten Handelns.

Joël László

wurde 1982 in Zürich geboren. Er studierte Islamwissenschaft und Geschichte und arbeitet neben seiner Tätigkeit als Autor von Theaterstücken und Prosa als Arabisch-Übersetzer. Wiegenlied für Baran erhielt 2016 den Publikumspreis bei der Langen Nacht der neuen Dramatik an den Münchner Kammerspielen. In diesem Jahr ist Joël László für den Retzhofer Dramapreis nominiert.

Ausschreibung deutschsprachiger Autorenwettbewerb 2017

Über den Autor

Uwe Marcus Magnus Rykov

Redakteur P!-Magazine
Geschäftsführer PAgentur Paris / Agence de presse
Management / Marketing / Projektmanagement / Interviews / Project / Planning Pressearbeit / Moderator

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