MUSIK

Die Art KARLSRUHE

Die Art Karlsruhe ist die internationale Messe für klassische Moderne und Gegenwartskunst. Mit vollem Programm lockte die Art Karlsruhe mit vielen Messe-Talks, aktuellen Themen, Sonderausstellungen zahlreiche Besucher an. Auch das P! Magazine war am Freitag auf der Art vor Ort, um Gespräche und Interviews mit Künstlern und Galeristen zu führen.

Eine der Sonderausstellungen ist die Sammlung Würth. Sie zeigen Werke des international bekannten französischen Grafikers, Schriftsteller und vor allem Illustrator Tomi Ungerer. Unter dem Titel „Tomi Ungerer – Zeichnungen, Collagen und Objektkunst aus der Sammlung Würth“, wurden rund 120 Werke des französischen Illustrators und Karikaturisten präsentiert. Die Sammlung Reinhold Würths umfasst insgesamt eine beachtliche Sammlung von ca. 17 000 Werken.

Neben der Sonderausstellung Würth war auf 100 Quadratmetern eine besondere Zusammenarbeit, unter dem Titel „Retour de Paris“, präsentiert worden. Auch widmete in diesem Jahr erstmals die Art Karlsruhe dem Programm der Editeure einen Messeschwerpunkt. Alle Galerien, die 2017 auf der Kunstmesse ausstellten, waren eingeladen, ein repräsentatives Werk aus ihrem Grafikbestand für die Sonderschau Druckgrafik einzureichen. Insgesamt kamen 119 druckgrafische Werke zusammen, die in Halle 1 auf einer großen Sonderfläche präsentiert wurden.

Die Preisverleihungen der Art KARLSRUHE

Der Künstler Jonathan Meese wurde der Preisträger des 10. Hans Platschek Preises. Der Juror Florian Illies, vom Berliner Auktionshaus Villa Grisebach, sprach über Jonathan Meese als ein Künstler mit einer wunderbar überbordenden Lust an der Sprache, seinen aberwitzig-genialen Bildtiteln ebenso wie in seinen ‚ERZ‘-Mantras, die seine Bilder überziehen und akzentuieren.

Der Kunsthistoriker und Journalist Florian Illies sieht eine besondere Verbindung zwischen dem Bildlichen und Schriftlichen des Künstlers Meese. Der Ex-„FAZ“ Redakteur und Mitgründer der Kunstzeitschrift „Monopol“, sieht jedoch nicht nur in der Malerei, sondern auch in Meeses Texten, Sprachverbiegungen und scheinbaren Irrwitz zu einer große Präzision. Der Preis wurde von Florian Illies am Donnerstag im Forum der dm-arena an Jonathan Meese verliehen.

Außerdem feierte die Art Karlsruhe dieses Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum. Schon 2008 wurde bereits der erste Art KARLSRUHE-Preis an den Schweizer Künstler Reto Boller und die Galerie Mueller-Roth verliehen. Eine Fachjury zeichnet einen Künstler und seinen Galeristen gleichermaßen aus. Dabei wird die Fachjury von dem gesonderten One-Artist-Katalog geführt, der auf 344 Seiten alle Informationen über die Einzelpräsentationen liefert. Das Land Baden-Württemberg und die Stadt Karlsruhe stellen gemeinsam 15 000 Euro zur Verfügung, um Arbeiten des Preisträgers für die Art KARLSRUHE-Collection zu erwerben, die von der Städtischen Galerie betreut wird und mittlerweile 38 Werke beinhaltet. Der Preis wurde traditionell am Freitag im Forum der dm-arena verliehen.

Das ARTIMA Art Meeting welches täglich stattfindet konzentrierte sich in diesem Jahr auf das Thema „Zukunft der Kunst“, zu dem sich unter anderem Künstler wie beispielsweise der Bananensprayer Thomas Baumgärtel und der Videoartist Björn Melhus äußern. Außerdem wird die umschwärmte Kuratorin Susanne Pfeffer vertreten sein, die in diesem Jahr den deutschen Pavillon der Biennale in Venedig betreut. Auch unsere Medienpartner der SWR2 und das Kunstmagazin Monopol werden bei ihren Messe-Talks interessante Persönlichkeiten vorstellen und über das Geschehen am Kunstmarkt während der Art Karlsruhe informieren.

Nachdem wir die Halle 1unter die Lupe genommen hatten, zog es uns direkt in die Halle 2. Dort trafen wir zum Gespräch den Galeristen Frédéric Croizer von der Galerie Radial Art Contemporain aus Strasbourg. Frédéric Croizer präsentierte nationale und internationale zeitgenössische Kreation der Kunst. Für seine bereits zweite Teilnahme an der Art Karlsruhe, hat Radial Art Contemporain eine sehr internationale Ausstellung vorbereitet. Präsentiert wurden Skulpturen, Abstraktion und Minimalismus, Monochrome des schwedischen Künstlers Lars Strandh und die Arbeit des niederländischen Künstlers Erik Oldenhof repräsentiert. Eine schöne Verbindung zwischen all diesen Künstlern, geschaffen durch die Anwesenheit des berühmten französischen Künstlers Alain Clément.

In Halle 3 waren die Bilder der Künstlerin Valérie Buffetaud  ausgestellt. Die Künstlerin Valérie Buffetaud  lebt und arbeitet in Paris aber auch  in der Toskana (Italien) Sie absolvierte einen Abschluss in Kunstgeschichte und war Absolvent der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Sie nimmt regelmäßig an internationalen zeitgenössischen Kunstmessen teil. Auf der Art Karlsruhe 2017, vertreten durch immaginaria Arti Visive Galerie von Florenz (Italien) zeigt Sie ein Ausschnitt ihrer Werke. In den Bilden von Valérie Buffetaud  dominieren Schwingungen der Materie und Farbe, vor allem die Farbe Rot.

Ihre Arbeit ist ein meditatives Verhältnis zur Welt, verarbeitet alltägliche Eindrücke, ein Gleichgewicht zwischen Figuration und Abstraktion, eine Malerei von Elementen der Natur. In ihren Werken kombiniert sie Malerei, Musik und Poesie. In ihren Bilden spiegelt sich die Verbundenheit zur französischen Kultur, aber auch zu anderen Kulturen. Sie verwendet hauptsächlich warme Farben. Auf der Art Karlsruhe sind ihre Werke in Halle 3 F32 zu betrachten.

In der Halle 4 Trafen wir die Galerie Klinger und den Galeristen Michael Grethler mit dem Künstler Fahar al Salih an. Die Galerie Klinger blickt mittlerweile auf über 35 Jahre Engagement für die zeitgenössische Kunst zurück. Im Jahr 1981 als Galerie am Schönhof des damaligen Staatlichen Kunsthandels der DDR in Görlitz gegründet und von 1992-2010 als Galerie Klinger am gleichen Ort weitergeführt, zeigt sie nun ihr ambitioniertes Programm figurativer und gegenstandsloser Kunst des 20. und 21.Jahrhunderts.

Die Galerie Klinger ist bereits seit dem Jahr 2013 bei der Art KARLSRUHE vertreten. Neben der Galerie Döbele ist sie auch der einzige Vertreter aus der Galerielandschaft in Sachsen. Die Galerie Klinger zeigte Werke von Ute Wittig, Walter Libuda und Hans Scheuerecker.

Ein wichtiger Bestandteil der Künstlerin Ute Wittig in Ihrer Malerei, ist der Gegenstand die Farbe. Vorherrschendes Sujet ist das Stillleben in vielen Variationen. Walter Libuda, zeigte seine mehrdeutigen Bildwerke, die meist über längere Zeiträume entstanden sind. Inspirierend waren Bewusstseinsströme, Erinnerungsfetzen, Freuden und Ängste, Erfahrungen und Vorstellungen, die sich in seinen Bildern und Plastiken zu Metaphern des Lebens vermischen.

Aufbauend auf den Bildwelten von Picasso, Matisse und Max Beckman, entwickelte der Künstler Hans Scheuerecker ein Instrumentarium, mit dem er seine ureigenen Erfahrungen in faszinierend authentische Bilder unserer Zeit übersetzt. Ein Bildkosmos aus den Höllen und Gärten der Lüste.

Der Galerist Michael Grethler mit dem Künstler Fahar al Salih teilten sich den Messestand mit der Galerie Klinger. Der Künstler Fahar Al-Salih, in Bagdad geboren, impliziert in seine Shelter-Bilder, Kampf und Entschlossenheit. Es entstehen aufregende energiegeladene Arbeiten. Hierbei spielt die  kulturelle Vielfalt seines Herkunftslandes in seiner Kunst eine entscheidende Rolle. Sie ist auch die Grundlage seiner künstlerischen Ausdrucksweise. Inspirationen sind auch äußere Einwirkungen, wie Unwetter, Anfeindungen, Kriege, Fremdheit, Ungeliebtheit, Krankheit und Tod die sich in seinen Werken wiederspiegeln.

Über den Autor

Uwe Marcus Magnus Rykov

Redakteur P!-Magazine
Geschäftsführer PAgentur Paris / Agence de presse
Management / Marketing / Projektmanagement / Interviews / Project / Planning Pressearbeit / Moderator

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