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Die Kultur in Duisburg geht mit Künstler Lisnoir neue Wege

Schwere Zeiten für die Kulturwelt sind seit Jahren zu verzeichnen. Die Orte, an denen sich Kulturinteressierte treffen um gemeinsam Ausstellungen zu besuchen, Musik zu hören oder der Lesung eines Autoren zu folgen, gibt es immer weniger. Gründe für diesen Wandel zu finden, ist nicht ganz so einfach. Die einen sagen, dass dieser Prozess mit dem Rauchverbot in Kneipen, insbesondere in denen Kultur gezeigt wurde, zusammenhängt. Andere ziehen den demographischen Wandel der Gesellschaft als Begründung heran. Wer da mit seiner Argumentation richtig liegt, ist letztendlich schwer festzumachen. Die einhellige Meinung unter den Kulturschaffenden sowie unter Kulturpräsentierenden ist jedoch, dass alle an der Kultur beteiligten neue Wege gehen müssen.

So formiert sich in Duisburg-Mitte ein sehr erfolgsversprechendes Projekt der Zusammenarbeit zwischen dem Duisburger Künstler Lisnoir, alias Sven Hohmann, und der ortsansässigen Galeria Kaufhof.
Angefangen hat alles 2012, als der Künstler in sein Atelier in die Passage der Galeria Kaufhof gezogen ist. Nach 5-jähriger Zusammenarbeit folgt im Frühjahr 2017 der nächste Schritt: der Bezug seines neuen Ateliers mit angeschlossener Galerie inkl. direktem Zugang von der Heuserstraße. Die über 200 qm bieten dem Künstler dann endlich genügend Platz und das passende Ambiente, um seine Werke auszustellen. Das Atelier im 1. Obergeschoss wird zum Showroom umgewandelt.

Dem nicht genug, entsteht unter der Leitung des Künstlers Lisnoir in einem größeren Teil der Schaufester die Galeria Galerie, auch „GaGa“ genannt. Auf knapp 30 Metern werden dort Ausstellungen namhafter Künstler sowie spannende Neuentdeckungen hängen. Ein Teil des „GaGa“ wird der Darstellung anderer Kulturbetriebe für z.B. Videobeiträge oder zur Präsentation ihrer Veranstaltungskalender zur Verfügung gestellt. Weitere Planungen sehen die Nutzung der 5 Zwischenetagen des Kaufhauses vor. Diese sollen verschiedenen Künstlern für Ausstellungen und/oder Live-Performances zur Verfügung gestellt werden. Das Restaurant, ebenso wie einzelne Bereiche des Hauses, können auch für künstlerisch/musikalische Darbietungen genutzt werden.

Auf diesem Weg entsteht ein kultureller Knotenpunkt, der ganz ohne öffentliche Förderung oder Zugehörigkeit etwaiger Vereine bzw. anderer Organisationen auskommt. Über die künstlerische Eigen- und Fremddarstellung hinaus bleibt sogar Platz für z. B. Kinder- und Erwachsenenbildung. Dieses Angebot kann durch außenstehende Künstler, Pädagogen oder Kulturschaffende erfolgen. Demzufolge sind alle, die sich angesprochen fühlen, aufgerufen sich zu melden. Ziel ist es, Teil des Ganzen zu werden, und möglichst gemeinsam für die Kultur in und um Duisburg zu stehen und zu profitieren.
Lisnoir dazu: „Ich finde es wichtig, endlich die Kunst und Kulturszene zu vereinen und in modern- hochwertigen Stil im Zentrum unserer Stadt zu präsentieren. Barrierefrei, Vorurteilsfrei.“
Frank Tüting, Geschäftsführer der Duisburger Galeria Kaufhof: „In den 5 Jahren, in denen wir bereits mit Lisnoir zusammenarbeiten, hat sich bei uns die Frage entwickelt, inwieweit unser Haus die Aufgabe übernehmen kann, Kunst und Kultur stärker in den Alltag der Menschen zu bringen. Warum soll man immer ins Museum gehen, um Kunst zu sehen. Der Zuspruch unserer Kunden hat uns in den Jahren, in denen Lisnoir Kunst bei uns präsentiert, bestätigt diesen Weg jetzt zu gehen.“

Alles in allem verspricht das Projekt neue Wege zu gehen, Kunst und Kultur in die Mitte unserer Stadt und in die Mitte unserer Gesellschaft zu bringen. Darüber hinaus wird es als Schauplatz dessen dienen, was die Kultur in und um Duisburg zu bieten hat – und das ist mehr, als man meint! Vielleicht werden über diesen Weg auch Duisburger erreicht, die nicht unbedingt in eine Ausstellung gehen und dennoch plötzlich vor einem Bild stehen, das sie fasziniert. Ziel ist es, das Interesse an Kunst zu wecken oder neu zu entfachen.

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