P-Magazine – Public Magazine

Draussen Winter – Drinnen Sommer, mit UB40

30. Januar 2017: In Berlin ist es bitterkalt und zu allem Übel fallen dicke Schneeflocken vom Himmel. An Sommer war am gestrigen Tag nicht zu denken. Einige Stunden später sollte dies aber schon ganz anders aussehen.

Wir betreten den Friedrichstadt-Palast, welcher als Konzert-Location für UB40 ausgewählt wurde. Auch für uns ungewohnt, da man eher in Revuelaune kommt, als an ein Konzert zu denken. Aber warum nicht den Revue-freien-Montag für andere Veranstaltungen nutzen. Im wunderschönen Foyer angekommen, hören wir schon chillige Reggae-Musik, die aus dem großen Saal kommt. Wir werden neugierig und wagen einen Blick hinein. Ein DJ heizt mit warmen Sommerrhythmen die Menge an und das Publikum steht schon in den Rängen und singt und tanzt sich warm. Schon jetzt ist es eine entspannte smoothe Stimmung. Wir denken sofort an „Jamaica, Sonne, Strand und Caipirinha“.

Punkt 21 Uhr betreten UB40 die Bühne. Das Publikum klatscht, schreit und ist bereit. Die multikulturelle Kapelle aus Birmingham ist zum ersten Mal mit der ‚Signing Off‘-Tour auf dem europäischen Festland unterwegs und feiert ihr 1980 erschienenes Erstlingswerk, welches ihnen zum weltweiten Durchbruch verhalf und mit ‚Food for Thought‘ den ersten Hit bescherte. Am Anfang ist das Konzert geprägt von dem Album, welches auch viele Instrumentals beinhaltet. Es wird als eines der größten Reggae-Alben einer britischen Band angesehen und stand 72 Wochen in den britischen Charts. Als dann aber die Hits beginnen, u.a. mit ‚Food for Thought‘ sind die Besucher vollends von den eisigen Außentemperaturen aufgewärmt und schwingen die Hüften. Damit die Damen in der ersten Reihe nicht verdursten, wirft Saxofonist Brian Travers regelmäßig kleine Wasserflaschen mit einem gekonnten Wurf in die ersten Reihen. Nebenher schäkert er mit den Mädels aus dem Publikum, winkt in Handyvideos und sorgt auf der Bühne für gute Stimmung. Wir amüsieren uns köstlich.

Jeder kennt ihre Hits aus den 80er und 90er-Jahren und kann sie mitsingen: ‚Red Red Wine‘, ‚(I can’t help) falling in love with you‘ und ‚Kingston Town‘. Der Klang im Friedrichstadt-Palast gefällt uns sehr. 

Es sind nicht mehr alle Originalmitglieder in der aktuellen Besetzung, unter anderem verließ Ursprungs-Sänger Ali Campbell 2008 die Band und wurde von seinen Bruder Duncan am Mikrofon ersetzt. Aber stimmlich ist der Unterschied gar nicht so groß und nach wie vor spielt die Band Reggae aus Leidenschaft. Das spürt auch das Publikum. 

Und dann ist nach zwei wunderbaren Stunden plötzlich wieder Winter, aber die Sonne tragen wir noch im Herzen.

Für 2017 haben sie ein neues Album angekündigt. Wir dürfen also gespannt sein.

Danke für diesen Kurzurlaub.

Jean B. & Dirk S.

error: Content is protected !!