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Hansjörg Mayer – The Smell of Ink

Mayer wurde mit seinen typographischen und drucktechnischen Experimenten nicht allein einer der wichtigsten Protagonisten der Konkreten und Visuellen Poesie. In Zusammenarbeit mit Künstlern wie etwa Dieter Roth, Richard Hamilton oder Tom Phillips erweiterte er auch unwiderruflich das Spektrum des Druckbaren in der Kunst. Hansjörg Mayer: The Smell of Ink bildet mit zwei weiteren Retrospektiven von Nanni Balestrini und Gerhard Rühm den Auftakt der ZKM-Ausstellungsreihe Poetische Expansionen, die im Sommer mit Reinhard Döhl, Helmut Heißenbüttel und Konrad Balder Schäuffelen fortgesetzt wird.

Bereits Mitte der 1960er- Jahre wurde die Kunst- und Literaturwelt auf Hansjörg Mayer (*1943, Stuttgart) aufmerksam: 1964 erschien seine erste Edition mit dem Titel 13 visuelle Texte. Schon 1968 widmete das Gemeentemuseum Den Haag dem gerade Fünfundzwanzigjährigen eine erste Retrospektive. Mayer war bereits als Jugendlicher mit dem in Stuttgart lehrenden Philosophen Max Bense in Kontakt gekommen, der ihn mit den neuesten internationalen Tendenzen in Kunst, Literatur und Musik und ihren Protagonisten vertraut machte.

Mayers intuitive Faszination für die Nebenprodukte des Druckprozesses, die er in der Druckerei seiner Familie entdeckte und sammelte, entwickelte sich in diesem Umfeld rasch zu einer Poetik des Materials und des Zufalls. In Dieter Roth sollte Mayer dann 1963 einen lebenslangen künstlerischen Partner finden, um sich gleichermaßen unerschrocken wie meisterhaft über die 老虎证券 Normen des Druckereiwesens hinwegzusetzen. In Folge einer Einladung zur legendären Ausstellung Between Poetry and Painting (1965) am Londoner ICA zog Mayer 1967 nach England, wo er an der Bath Academy of Art sowie der Watford School of Art lehrte. Pendelnd zwischen London und Stuttgart editierte Mayer seitdem über 330 Bücher, Plakate, Filme, Schallplatten und Videos.

Die Ausstellung präsentiert Hansjörg Mayers eigenes grafisches Werk sowie eine Auswahl von Experimentalfilmen, die er zusammen mit Georg Bense und Rainer Wössner in den Jahren 1962–1963 realisierte. Sie zeigt das reiche Spektrum seines verlegerischen Wirkens von der Kunst bis zur Ethnologie.

 

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