ART

Jörg Döring „Flashback Forward” @ 30works

Flashback Forward
verfasst von Nancy Schmidt

Jörg Döring „Flashback Forward” @ 30works 5. Mai 2017, 19 Uhr

Schreitet Zeit tatsächlich voran…? Inwieweit determiniert Vergangenes unsere Gegenwart und Zukunft…? Mit dem Ausstellungstitel „Flashback Forward“ spielt Jörg Döring auf genau dieses Zeitparadoxon an und entspinnt dabei ein künstlerisches Konzept aus Motivverweisen, (Selbst)Zitaten und experimentellen Ansätzen, das Vergangenheit und Gegenwart der Pop Art verknüpft – und damit ein Stück weit die Zukunft vorzeichnet.

„Die aktuell größte Herausforderung für einen Künstler ist es, in Zeiten der inflationären Bilderflut überhaupt noch neue, ästhetisch relevante Bildwelten zu schaffen.“, fasst Jörg Döring den Status quo zusammen. Der Düsseldorfer, der seit nunmehr 25 Jahren zu den erfolgreichsten Vertretern zeitgenössischer Pop Art in Deutschland zählt, gibt sich dabei nicht der Illusion hin das sprichwörtliche Rad neu zu erfinden. Denn Döring weiß: Alles war und ist bereits da. Es geht nicht um das „Was“ oder „Warum“ – seine Kunst hat vielmehr die Aufgabe, ein neues „Wie“ aufzuwerfen. Aus dem Vorhandenen etwas gänzlich Neues, noch-nicht-Dagewesenes zu schaffen, das ist der Antrieb für Döring, der sich selbst als „Suchender“ bezeichnet. Und seine Inspiration stets in Kontinuum und Korrelation von Beständigkeit und Wandel findet. Das Gute wahren, das Neue wagen: Jörg Döring bedient sich gleichsam tradierter wie innovativer Elemente, um daraus neue Materie zu schaffen. Er bettet Ikonen aus vergangenen Zeiten dank modernster Reproduktions- und Collagetechniken in neue materielle Kontexte; womit er ihnen eine futuristische Aura verleiht. Und sie so endgültig der Zeitlosigkeit anheim gibt. So werden Hollywood-Heroen und Filmgöttinnen wie Steve McQueen und Brigitte Bardot, aber auch Supermodels der Jetztzeit in Materialwelten aus Öl oder Epoxidharz gekleidet und epochal neu inszeniert. Das vermeintlich Perfekte dieser Ikonen wird durch Aquarellier-Effekte, Farbverläufe oder pastose Segmente aufgebrochen und verfremdet, bis sie über eine Eigendynamik und genau das verfügen, was Jörg Döring „Eigentümlichkeit“ nennt: Materialität und stilisierte Oberfläche als Kernelemente und eigenständige Charakteristika, hinter denen das reine Motiv bewusst zurücktritt.

Überhaupt sind es Techniken und Materialien, die das größte Faszinosum für Döring darstellen. „Ölfarbe ist seit nahezu 600 Jahren das beständigste Material, dessen sich Künstler bedienen. Ihre Wertigkeit ist unbestritten, die Konsistenz und Handhabung über Jahrhunderte gleichgeblieben. Ich möchte ihr Potenzial ausschöpfen und erweitern, indem ich sie mit anderen Techniken fusioniere oder gezielt konträr einsetze.“, sagt Jörg Döring. Neben Öl kommt in seinen neuen Arbeiten auch Epoxidharz zum Einsatz, das normalerweise als reines Trägermaterial dient – bei Döring jedoch zum emanzipierten Bildprotagonisten avanciert. „Bei der Arbeit mit Epoxidharz oder Öl geht es um die Schaffung von Strukturen, von Haptik und Sinnlichkeit. Das erfüllt die wiedererstärkte Sehnsucht nach dem Handgemachten, Echten. Das sind die Kriterien, die dem Werk erst seine Aura und sein Momentum geben.“

„Flashback Forward“ fängt diese Momenta virtuos ein – und überführt sie in die formale wie ästhetische Zeitlosigkeit.

Jörg Döring lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Werke sind in zahlreichen internationalen Privatsammlungen vertreten und wurden bereits auf der Art Karlsruhe, der Red Dot Art Fair/Miami und der Art Fair in Köln präsentiert.

Jörg Döring „Flashback Forward“ @ 30works

Vernissage: Freitag 5.5.2017, 19 Uhr Anlässlich der Vernissage findet ein Artist Talk mit Jörg Döring, Gérard Margaritis und der Kunst- und Kulturjournalistin Yorca Schmidt-Junker statt.

Ausstellung: vom 5.5.2017 bis 27.5.2017 Öffnungszeiten: Do – Fr 15-19 Uhr, Sa 12-17 Uhr

Über 30works: Die Kölner Galerie 30works ist spezialisiert auf Pop-Art, Streetart und zeitgenössische Kunst. Speziell, wenn es um das Thema Streetart geht, übernimmt 30works eine Vorreiterrolle in Deutschland: Als einer der ersten Galeristen hat Geschäftsführer Gérard Margaritis die Streetart nach Deutschland gebracht und sich mit 30works auf diese junge, frische „Pop-Art des 21. Jahrhunderts“ als zusätzlicher Fokus konzentriert.

Die Galerie: Mitten im trendigen „Belgischen Viertel“ und im „Apostelviertel“ in der Kölner Innenstadt bietet 30works in zwei Galerien auf rund 400 Quadratmetern viel Raum für innovative, junge Positionen der Kunst. Spezialisiert auf Pop Art, Neopop, Urban Art und Streetart, ist sie kein elitärer Tempel für Eingeweihte, sondern ein inspirierender Ort der Begegnung von Künstlern und Kunstinteressierten, von Sammlern und solchen, die es noch werden wollen. Und mit genau dieser entspannten, unangestrengten Atmosphäre hat sich 30works längst auch über die Grenzen der Domstadt hinaus einen Namen gemacht. Ihre sechs bis acht Einzel- und Gruppenausstellungen pro Jahr sind Magnet für ein bunt gemischtes, experimentierfreudiges Publikum.

Hochkarätiges Portfolio: Neben Arbeiten von Pop-Artists wie AVone, Jörg Döring, Peintre X und Salva Ginard sowie der Malers Benjamin Burkard und David Uessem umfasst das Portfolio von 30works unter anderem Werke der Streetart-Ikonen Banksy, D*Face und des Bananensprayers Thomas Baumgärtel sowie der Urban Art-Künstler mittenimwald, Van Ray, L.E.T. und XooooX.

Über den Autor

Nancy Schmidt

P Magazine:
Inhaber I Geschäftsführer I Chefredaktion I Show Producer I Moderatorin I Videoeditor I Fotografie I Marketing I Pressearbeit
Other:
Model I Actress I Fashion Show Producer I Script writer I Moderatorin

error: Content is protected !!