ART

Klang und Stille – Synthetische Aspekte von Film und Video

Die akustische Wahrnehmung von bewegten Bildern im Raum ist eine der großen Möglichkeiten der Videokunst, die dadurch unserer Alltagswahrnehmung besonders nahe kommt. Andererseits können Bilder und Töne auch anders interpretiert und neu gelesen werden, speziell durch den starken Einfluss von Klängen auf unseren Gemütszustand.

Die auditive Seite der Werkes genauso einbeziehen wie die visuelle Möglichkeit. Dabei bildet das Verhältnis von Bild und Ton ein breit gefächertes Spektrum. Am meisten orientieren sich die Werke in der Stille zusammen, dem unbewegten oder stummen Bild, das sich damit anderen Medien wie der Malerei oder der Fotografie annähert. Klang ist eine Faszination von Bild und Ton die mit einander verbunden sind.

Hier wird anhand der Wahrnehmung die Fähigkeit Farben zu hören und Klänge zu sehen in unterschiedlicher Weise dargestellt. Die Künstlerin Nira Pereg zeigt in „Sabbath 2008“ die Vorbereitungen für den jüdischen Samstag in einem orthodoxen Viertel von Jerusalem. In dieser Präsentation werden die Straßen mit metallenen Absperrgittern blockiert und dabei laut über die Fahrbahn gezogen. Diese Videoinstallation soll in ihrer Ausführung als eine Art „Kommentar“ wirken.

Christian Marclay verbindet in“Telephones“ Filmszenen von berühmten Schauspielern so, als würden sie miteinander telefonieren. Dabei sind verschiedene Klingel toene und Geräusche sowie die Wählscheibe und Teile aus Gesprächen zu hören und ergeben dadurch eine spezielle Komposition. Ein weiterer Künstler Francis Alˇs schildert in „El Gringo“ aus der Ich Perspektive die Konfrontation mit mehreren Hunden auf einer Straße. Bei diesem Werk zeigen sich aggressive, bellende Hunde die beim Versuch vorbeizugehen in die Kamera und in den Arm zu beißen. Zum Schluss des Videos liegt die Kamera am Boden und der Betrachter der zuvor den Beißenden Hunden ausgesetzt war bleibt zurück mit einem abgetrennten Sinnesorgan.

Dieser Beitrag endet mit einem schwarzen Bild welches die Hunde durch drängen verursacht haben. Der Künstler Gary Hills zeigt in „Blind Spot“ Aufnahmen von30 Sekunden aus einer Straße in Marseille die mit einer Handkamera gefilmt wurden. Die gefilmten Szenen werden verlangsamt und dadurch sind unangenehme Klänge entstanden. Auch Teresa Hubbard und Alexander Birchler in „Gregor’s Room II“ arbeiteten mit der Unterbrechung des Bildflusses in ihrem Werk. Gezeigt wird ein Raum in der ein Mann gewisse Gegenstände in Kartons packt. Dabei umfährt die Kamera den Raum in gleicher Höhe.

Durch die Öffnungen von Türen und Fenstern weitet sich der Blick, wird aber kurz darauf wieder durch schwarze Segmente blockiert. Nähe und Distanz zum Geschehen wird abwechselnd auf- und abgebaut. Der Film wird hier in einer tonlosen Version gezeigt. Dokumentarisch nimmt die Künstlerin Tacita Dean Monumente der Vergangenheit mit einer Kamera auf. In ihrer 16mm-Filminstallation „SoundMirrors“ sind aus Beton gegossene Bauwerke an Küste von Kent zu sehen.

David Claerbout zeigt in einem Schwarzweiß-Foto eines Dorfes einen Baum – sanft vom Wind bewegt, während alles andere unbewegt bleibt. Die Abwesenheit von Klängen vermittelt zunächst den Eindruck, es handle sich um eine Fotografie. Hans Op de Beeck nutzt die Abwesenheit von Tönen, um zwei Medien, Film und Malerei, zu verbinden. In seinem Werk „Colours“ platziert er dabei Personen in starrer Pose vor verschiedenen, monochromen Hintergründen. Op de Beecks setzt sich der Auseinandersetzung mit dem Begriff der Kategorientheorie des lebenden Bildes auseinander. Auch noch viele weitere Künstler haben sich mit diesem Thema beschäftigt so auch Anri Sala, Tim Lees, Rodney Grahams und viele andere.

 

Über den Autor

Uwe Marcus Magnus Rykov

Redakteur P!-Magazine
Geschäftsführer PAgentur Paris / Agence de presse
Management / Marketing / Projektmanagement / Interviews / Project / Planning Pressearbeit / Moderator

error: Content is protected !!