Kreative Newcomer beweisen sich unplugged beim Jugend kulturell Förderpreis „Acoustic Pop“

20 Bands und Solokünstler haben sich gegen knapp 200 Mitwerber durchgesetzt und treten nun zum Wettbewerb um den Jugend kulturell Förderpreis „Acoustic Pop“ an. Auftakt der Vorentscheidungen war in Düsseldorf. Weitere folgen in Hannover, Stuttgart und Rostock. Die jeweiligen Sieger treten am 14. November zum Finale in Hamburg an.

Handgemachte pure Popmusik – ganz ohne elektronisch erzeugte Klänge und künstliche Effekte – konnten die Gäste der ersten Show im Museum Kunstpalast in Düsseldorf erleben. Die hochkarätig besetzte Jury achtet bei ihrer Entscheidung vor allem auf den musikalischen Kern, die tiefer gehende Aussage und die perfekte Aufführung der Songs.

Dabei war die Entscheidung sicher nicht einfach: denn gut waren zweifelsohne alle. Ob es die Tatsache war, dass die Sängerin barfuß und in Sportleggings auftrat, da sie beim Flug wegen der Musikinstrumente Gepäck sparen musste, der Name der Band aufruft, zuzuhören und auf die Texte zu achten oder die außergewöhnliche Stimme und der sichtliche Spaß am Auftritt: Sieger mit einem Preisgeld von 1.000 Euro und dem Ticket ins Finale wurde die Wiener Band „Listen to Leena„.

Listen to Leena
Die 28-Jährige Sängerin und Songwriterin Lucia Leena machte ihre Aufforderung an Ihr Publikum auch zum Bandnamen „Listen to Leena“. Ihre Stimme ist klar und berührend, ihre Texte poetisch, die Musik im Jazz verwurzelt. Leena und die weiteren Bandmitglieder Simon Raab (26, Piano), Jakob Mayr (29, Posaune/Trompete), Andreas Senn (34, Drums) und Felipe Ramos (34, Bass)lernten sich auf der Musikhochschule in Linz kennen und sich 2012 zu einer Band zusammenschlossen. Im Jahr 2013 wurden sie in Österreich mit dem „Newcomer Award“ ausgezeichnet. Ihr erstes Album „White Elephants“ erschien 2014. Momentan arbeiten sie an ihrem zweiten Album. Deshalb freut sich Leena sehr über das Preisgeld, das für die Produktion des neuen Albums verwendet wird.

ASON
Durch Sympatie, Zielstrebigkeit und Power gewann die Wiesbadener Familienband „made in Schweden“ namens ASON die Gunst der Zuschauer und den mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreis“. Die vier Schwestern Dorotea (21, Schlagzeug und Songwriterin), Lilianna (19, Keybord/Klavier), Joella (17, E-Gitarre) und Mickelina (13, Bass) haben ihre Wurzeln in Schweden und sprechen fließend Schwedisch, Deutsch und Englisch.

Während andere Teenie-Schwestern vielleicht morgens um das Bad streiten, treffen sich die ASON´s jeden Morgen vor der Schule um 06:30 Uhr bis 07:15 Uhr zur Probe. Manager der Band ist der Papa, der auf meine Frage „Sie sind der Papa?“ mit „Ich fürchte, ja“ antwortet. Doch Papa muss sich in Zukunft nicht mehr fürchten, denn Ersatz steht schon bereit: Moderatorin Ullmann „möchte die Mädels glattweg adoptieren“.

ASON wurde bereits beim World-Women-Festival zum besten Newcomer gewählt. 2015 belegten sie beim Eurovision Song Contest-Wildcard-Konzert den 2. Platz aus über 1300 Bewerbungen. Im selben Jahr spielten sie Support für Milow, der sie zusammen mit den Veranstaltern selbst auswählte.

Die Schwestern sind schon von klein auf der Musik verbunden, denn Papa und Mama waren ebenfalls Musiker in einer Band. Der Bandname stammt aus der Abkürzung ihres Nachnamens Andersson. Ihre Songs haben einen ganz eigenen Stil und sind dennoch erfrischend und international Radio-tauglich. Das ist auch das Ziel der Band: Sie möchten internationale Bühnen erobern und träumen von Amerika und Asien.

Spielraum
Die deutschsprachigen Songs der Münsteraner Band Spielraum „erzählen Geschichten einer lebenshungrigen Generation zwischen Jugend und Ernst des Lebens“, vom Grenzen ausprobieren und Entfalten, eben auf der Suche nach einem „Spielraum“. Köpfe der Band sind die Geschwister Hanna und Phil Kamp.

Jenny Scott
Jenny Scotts Musik trägt Leben in sich und steht für einen schöpferischen Zusammenschluss aus Jazz- und Pop-Elementen, die mit verzaubernden Melodien, groovigen Gitarren-Arrangements, tiefgehenden, englischsprachigen Texten und einer ausdrucksstarken Stimme der jungen Musikerin bestechen.

ROMAR
Der 23-Jährige Solomusiker und Student Robert Paul Hegenbarth, der sich den Künstlernamen ROMAR zugelegt hat, ist einer von zwei Songwritern, die es an die Kölner Musikhochschule geschafft haben. Seine Songs erzählen über die Liebe und Beziehungen. Dabei sind sie melancholisch, klingen nachdenklich und zeugen von tiefen Emotionen. ROMAR´s Musik ist 100 Prozent handgemacht. So schreibt, komponiert und produziert er seine Songs selbst im eigenen kleinen Heimstudio. Auf der Online-Plattform YouTube hat ROMAR bereits mehr als 28 000 Abonnenten.

Für den ein oder anderen Lacher des Publikums sorgte die Moderatorin Janin Ullmann (geb. Reinhardt). Ullmann improvisierte gekonnt, um die Wartezeit beim Aufbau der Technik für die Zugabe zu überbrücken und bewies, dass sie durchaus auch eine Zukunft als Comedian starten könnte. Bekannt ist Ullmann als ehemalige VIVA-Moderatorin, als Backstage-Moderation beim Eurovision Song Contest und aus Til Schweigers Film „Honig im Kopf“. Ob Zufall oder Vorhersehung: Zum Finale am 14. November in Hamburg werden gleich zwei Geburtstage gefeiert. Denn an diesem Tag ist Ullmanns 35. Geburtstag und zugleich der 35. Jahrestag von „Jugend kulturell„.

Mit dem Förderprogramm „Jugend kulturell“ unterstützt die HypoVereinsbank talentierte Künstlerinnen und Künstler auf dem Weg in die Professionalität. Für die Organisation hat die HypoVereinsbank ein kleines Team mit Experten aus Musik und darstellender Kunst zusammengestellt. Seit 1994 gibt es den mit 20.000 € dotierten Jugend kulturell Förderpreis in den Sparten „A Capella“, „Musical“, „Kabarett & Co.“ sowie „Acoustic Pop“. Hauptverantwortliche ist seit 20 Jahren die Kulturmanagerin Christiane Gabor, die auch in der Jury sitzt.

Weitere Jurymitglieder sind Professor Udo Dahmen (Künstlerischer Direktor und Geschäftsführer der Pop-Akademie Baden-Würtemberg, Vizepräsident des Deutschen Musikrates), Matthias Kurth
(Booker, SSC Group), Dieter Schubert ( a.s.s. concerts, Dozent im Popbereich), Sebastian Twele (Musikproduzent, Tonstudiobetreiber, SAE Alumni Chapter President), Dr. Peter Urban (Journalist, Musiker, Radio- und TV-Moderator). Dr. Tobias Wollermann (Dozent, Berater) sowie Conni Weigelt (Musikexpertin bei RTL).

Vorentscheidungen
26.09. Hannover, Pavillon
10.10. Stuttgart, Wilhelma Theater
18.10. Rostock, Moya Kulturbühne

Finale
14.11. Hamburg, Neue Flora

Fotos: Silke Sulz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

error: Content is protected !!