Malerei als Film / Eine Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt

Als eine der sogenannten statischen Künste schien die Malerei der dynamischen Lebenswirklichkeit nicht mehr zu entsprechen. Dadurch kamen die progressiven Künstler wie Léopold Survage, Viking Eggeling oder auch  Len Lye zum Zug und griffen dabei auf die Errungenschaften des noch jungen Films zurück um die Mittel der Malerei im experimentellen Animationsfilm zu erweitern. Ergebnisse dieser Arbeit ist eine Synthese von Malerei und Film in einem. Der Künstler Robert Bruce Rogers nannte seine Arbeiten „motion painting“ oder „cineplastics“.

Im Fokus dieser Ausstellung in der Kunsthalle Darmstadt steht das Motto „Malerei als Film“. Filme, die den malerischen Prozess festhalten. Im Zentrum aber stehen Künstler, die beide Genres miteinander verbinden.

Arbeiten aus dem Bereich des Films und der Malerei, die den malerischen Prozess reflektieren, oder noch einen Schritt weiter gehen, indem sie beide Medien zusammenführen wurden in dieser Ausstellung gezeigt. Neben Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler wie Tala Madani, Radenko Milak, Thomas Scheibitz und Amy Sillman zeigte die Kunsthalle aber auch eine Auswahl klassischer Beispiele des malerisch orientierten Experimentalfilms, dessen wenig bekannte Geschichte sie so nacherzählt. Die siebenminütige „Symphonie Diagonale“ von Eggelings zeigte in Schwarz-Weiß, lediglich geometrische Bilder, die vereinzelnd im Hintergrund zu sehen waren und gleich wieder verschwanden. Entstanden und gezeichnet ist es aus vielen Vorlagen, welche er dann abgefilmt hat.

Künstler Len Lye der direkt auf Filmstreifen malte und diese anschließend kopierte, nannte seine Arbeit „Colour Box“ und lies diese sogar  mit flotter lateinamerikanischer Musik unterlegen. Farbe wird mehr oder weniger räumlich, sie blitzt aus dem Nichts auf, schießt auf das Auge zu, sackt urplötzlich in sich zusammen oder kehrt in bestimmten Abständen wieder. So gelang Lye, der heute als Pionier des Experimentalsfilms gilt, ein Kaleidoskop abstrakter Bewegungen, eine dynamische Choreografie aus Farben, Formen, Licht, Ton und Rhythmus. Eine interessante Ausstellung mit verschiedenen Künstlern wie Stan Brakhage (1933–2003) Sofia Duchovny (*1988) Viking Eggeling (1880–1925) Oskar Fischinger (1900–1967) Lauren Gregory (*1983) Edgar Honetschläger (*1967) Shen Jie (*1989)Maria Lassnig (1919–2014) Rachel Lowe (*1968)Len Lye (1901–1980)Tala Madani (*1981)Miodrag Manojlovic (*1979) Radenko Milak (*1980)Hans Namuth (1915–1990) Thomas Scheibitz (*1968) Monika Schwitte (1956–2015)Amy Sillman (*1955) und Florian Süssmayr (*1963)

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