MUSIK

Nickelback lassen Mercedes-Benz Arena rocken

verfasst von Jean Bork

Sie sind wieder da und die Berliner waren gespannt. Nickelback sind zurück und rockten am 26. September die Mercedes-Benz Arena. Erst erschien alles ungewöhnlich ruhig für ein Rockkonzert. Jedoch fanden wir im Publikum schon die unterschiedlichsten Gruppierungen. Egal ob Teenies, Rocker oder Pärchen im gestandenen Alter, die die Sitzplätze bevorzugten, jeder war gespannt auf DAS Konzert.

Foto: Dirk SchiemannPünktlich um 19.30 sorgte erstmal die Vorband oder besser ausgedrückt „Special Guest“ für die ersten Rockklänge und begeisterte schnell die Zuschauer. Mit Monster Truck haben sich Nickelback Verstärkung aus dem eigenen Land (Kanada) mit auf Tour genommen und die Classic Rocker machen ihren Job als Anheizer sehr gut. Mit ihrem knackigem abwechslungsreichem Southern Rock, der immer mal wieder Blues- und Countryelemente aufgreift, erinnern sie sehr an Lynyrd Skynyrd, was nicht die schlechteste Referenz ist.

Sänger/Bassist Jon Harvey überzeugt mit kräftiger einprägsamer Stimme und Gitarrist Jeremy Widerman fegt unermüdlich mit nacktem Oberkörper die kompletten 45 Minuten wie ein Derwisch über die Bühne und heizt die Massen an. Das sorgt bei den Nickelback-Fans anfangs für verdutzte Blicke, aber die mitreißenden Grooves schaffen es zu überzeugen und stimmen perfekt auf den kommenden Hauptact ein, was bei so einem Hochkaräter wie Nickelback gar nicht so einfach ist.

Um 20:50 betraten die 4 Musiker die Bühne der Mercedes-Benz Arena… Nickelback sind back in Berlin. Yeah! Endlich, denn im vorigen Jahr musste die Konzerttour wegen Kroegers Stimmband-OP auch in Berlin abgebrochen werden . Umso schöner ist es zu sehen, dass sich Sänger Chad Kroeger nicht nur gesundheitlich erholt, sondern auch sein Aussehen aufgebessert hat. „Depp des Jahres“ oder auch „hässlichster Sänger“ waren nur einige Beschimpfungen, die er ertragen musste. Doch heute ist ein anderer Tag… Chad Kroeger ist lustig. Und nein: nicht mehr hässlich. Im Laufe der Show wird er auch zunehmend lustiger. Der Grund sind die großen weissen Pappbecher, die er immer wieder gebracht bekommt. Keine Ahnung was da drin ist, Bier, Jägermeister oder beides zusammen. Denn der Vorrat scheint groß zu sein: „Ihr glaubt nicht, wieviel Alkohol Backstage steht. Der wird nie alle!“sind seine Worte. Irgendwann spricht er noch über Sex, ordert noch mehr Alkohol, erzählt kleine Familienanekdoten über seinen kleinen Bruder (Bassist Mike Kroeger) und stimmt den Hallen-Happy-Birthday-Chor für den Geburtstag von einem Freund an. Die vorab angekündigte Nickelback-Party hat also begonnen!

Man merkt den 4 Kanadiern die Spielfreude an, wieder auf Tour zu sein. Schon beim Betreten der Bühne überzeugen sie mit einem peitschenden lautstarken Auftritt, der den ganzen Körper zum Beben bringt. Die Bühne ist eher schlicht gehalten. Kein Schnickschnack lenkt von der Musik ab. Lediglich eine große Videoleinwand in der Mitte und einige Lichtraversen bekommt man zu sehen. Schnell wird klar, das dies auch ausreicht, denn der Sound ist einzigartig und genau das braucht man, mehr nicht. Überzeugend laut melden sich die Kanadier mit einem Greatest-Hits-Feuerwerk zurück, und man hört sofort, dass Chad Kroegers Stimme die OP mehr als gut überstanden hat.

Fast zwei Stunden lassen es die Jungs ordentlich krachen. Mindestens die Hälfte der Songs kennt jeder aus dem Radio. Die ganze Halle singt mit und die Frauen kreischen sich die Seele aus dem Leib. „Ihr seid ein Freitags-Publikum an einem Montag“, lobt Chad. Die Musik ist für großen Hallen und Arenen gemacht und so spielen Sie auch an diesem Abend den perfekten Stadionrock. „If today was your last day“, „Rockstar“ oder „What are we waiting for“ dröhnte es durch die Mercedes-Benz Arena. Frühe Hits wie „Too  bad“ oder „Someday“ sind genauso dabei gewesen wie Kroegers Spiderman Film-Song „Hero“. Zusammengefasst könnte man sagen, die Set List ist mal grob und wild, mal sanft, etwas punkig zwischendurch, dann melancholisch und ab und zu poppig. Nickelback stehen für radiotauglichen Mainstream Hardrock, gespickt mit Balladen, der ein Publikum zwischen 16 und 66 begeistert. Zwischendurch bekommt das Publikum noch ein Beweis von Kroegers Deutschkenntnissen: „Das war scheise… Scheise geil…Dankeschön… Proooost.“ Obwohl die Halle in dieser Nacht zu einem Drittel leer ist, kann dies der Stimmung nichts anhaben. Also immer noch eine fette Party!

Nach knapp zwei Stunden ist das Konzert beendet und findet seinen krönenden Abschluss in, wie sollte es anders sein, dem Song „How you remind me“… der größte und bekannteste Hit von Nickelback.

Zusammengefasst können wir sagen, dass Nickelback eine tolle Stadionband sind, die gute Laune verbreiten und sogar untereinander mit den Bandkollegen für tolle Dialoge und Spaß sorgen. WE REMIND YOU!
Dirk S. & Jean B.
P.S. Danke Livenation für dieses tolle Konzerterlebnis!

 

 

 

 

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Jean Bork

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