LIFESTYLE

Oldies but Goldies – MOTORWORLD Classics Berlin

Foto: Dirk Schiemann
verfasst von Jean Bork

Hier stehen sie: Die Stars auf vier oder zwei Rädern. Und hier ist auch der einzige Ort, wo Männer reihenweise auf die Knie fallen… denn so können sie besser unter die Autos gucken. Sicherlich ist hier der Männeranteil sehr hoch, jedoch war es auch schön zu sehen, dass offenbar auch viele Frauen sich für die prächtigen motorigen Lieblinge mit dem H-Kennzeichen interessieren. Das H-Kennzeichen ist ein spezielles Kennzeichen für historische Fahrzeuge. Es sieht wie ein ganz normales Kennzeichen aus. Der einzige Unterschied ist, dass es mit dem Buchstaben „H“ (H=historisch) endet. Und hier stehen die „Lieblinge“ prächtig eingereiht. Die Rede ist natürlich von der Oldtimer-Messe MOTORWORLD Classics Berlin. Mit ihr hielt wieder die faszinierende Welt automobiler Leidenschaft Einzug in den historischen Hallen der Messe Berlin sowie im Sommergarten unterm Funkturm. Hier schlug das Herz höher, für alle, die im Oldie-Fieber waren. Aber nicht nur teure Raritäten gab es zu bewundern, sondern auch einige andere Klassiker: Vom kleinen Fiat 500 über den gediegenen Mercedes W123 bis hin zum bewunderten Ford Granada.

Foto: Dirk SchiemannAuf der MOTORWORLD Classics Berlin gab es auch einige Kuriositäten und regelrechte Kunstwerke zu bewundern. Wie zum Beispiel, ein vollständig verchromter Mini. Dazu folgende Entstehungsgeschichte: Der Mini feierte 1999 seinen 40. Geburtstag. Aus diesem Anlass lud das Unternehmen verschiedene Künstler ein, um ihren eigenen Mini nach Herzenslust zu gestalten. Der chromblitzende und wiederspiegelnde Mini war also David Bowies Kunstwerk – selbst die Scheiben sind verchromt und damit (von außen) undurchsichtig. Die ganze Welt sollte sich darin spiegeln, damit das Fahrzeug von nun an nicht ohne sein Umfeld betrachtet werden kann… so die Vision von David Bowie. Ansonsten stand David Bowie dem Mini eher nüchtern gegenüber und führt seinen Erfolg hauptsächlich auf den geringen Parkraumbedarf zurück.

„Heimische“ Autos gab es ebenfalls… das Amphicar: Denn es ist nicht nur eine Rarität aus guten alten Zeiten, sondern stammt ursprünglich aus Berlin.

Foto: Dirk Schiemann

Foto: Dirk Schiemann

Entwickelt wurde das Fahrzeug von Konstrukteur Hans Trippel, der es von 1960 bis 1963 hauptsächlich in Berlin-Wittenau bei der Deutschen Waggon- und Maschinenfabrik bauen ließ. Es war der erste in Großserie gefertigte Schwimmwagen für die zivile Nutzung.

 

Foto: Dirk Schiemann

Foto: Dirk Schiemann

Dann gab es noch eine weitere Attraktion, einen Cadillac Eldorado von 1968, der einen weltberühmten Besitzer hatte… Elvis-Presley. Gern hätten wir in diesem Wagen Platz genommen, um den Rythmus des King zumindest auf dem Autositz nach all den Jahren noch zu spüren. Dies war allerdings nicht erlaubt. Gekauft hätten wir den Wagen jedenfalls nicht, da er einen Einschuss hatte. Ja, richtig, dieser Wagen wurde angeschossen. Wie es dazu kam? Am 28. Dezember 1968 tauschte Elvis Prespley seinen 66′ Olds Tornado bei dem Händler Madison Cadillac in Memphis gegen diesen 1967 Gold Cadillac Eldorado. Er zahlte damals $8,836.83. Er nutzte den Wagen als seinen Daily Driver für fast ein Jahr bis er eines Morgens nicht starten wollte. Elvis zog seinen Colt und Foto: Dirk Schiemannschoss den Wagen in den rechten Kotflügel. Der Schuss war nicht tödlich für den Wagen. Priscillas Vater verkaufte den Wagen Jahre später an einen australischen Geschäftsmann, der ihn in einem Planet Hollywood Restaurant ausstellte. Danach wurde der Wagen von einem amerikanischen Sammler und Elvis-Fan zurück nach Amerika gebracht.

Doch neben den nationalen und internationalen Automobilherstellern mit historischen Wurzeln, gab es vor Ort noch Top-Händler, Technik-Spezialisten für Automobilraritäten, Zubehör- und Accessoire-Anbieter. Ebenfalls zahlreiche engagierte Clubs der Szene und private Verkäufer stellten ihre Produkte und Dienstleistungen zur Schau und zum Verkauf.

Die MOTORWORLD Classics Berlin hat uns sehr gut gefallen. Berlin tut diese Nostalgie gut… Wenn Männer hier schon auf die Knie gehen, dann ist diese Messe einfach zum Verlieben. Wir freuen uns aufs nächste Jahr! Zu guter Letzt noch einige schöne Impressionen dieser eindrucksvollen Messe.

Danke MOTORWORLD Classics Berlin!

Dirk S. & Jean B.

 

Über den Autor

Jean Bork

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