LIFESTYLE

Paul Simon verzaubert Berlin

Foto: Dirk Schiemann
verfasst von Jean Bork

Das Tempodrom war am gestrigen Abend ausverkauft. Wenn Paul Simon, einer der größten Singer-Songwriter, die Hauptstadt besucht, wissen viele Berliner was für ein grandioses Konzert sie erwarten wird. Sicherlich ist Paul Simon schon 75 Jahre alt, aber dies war seinem gestrigen Konzert kein bisschen anzumerken. Denn gestern war der „kleine Mann“ ganz groß.

Foto: Dirk Schiemann

Foto: Dirk Schiemann

Groß war auch seine 9-köpfige Band aus Multi-Instrumentalisten, welche die gesamte Bühne ausfüllte. Selten hat man so viele unterschiedliche Instrumente in Aktion gesehen. Vom Flügel, Trompete, Didgeridoo, bis hin zum rhythmischen Waschbrett trug jedes Instrument dazu bei, im Tempodrom einen Klangteppich zu erzeugen, der die Zuschauer in Begeisterung versetzte. Und es ist Paul selbst, der das Ruder in der Hand hat und ähnlich einem Dirigenten den Takt vorgibt. Nebenbei geht er allerdings auch in der Rolle eines Geschichtenerzählers auf und plaudert auf der Bühne von seinen Abenteuern. Somit erfuhren wir einiges über seine Einflüsse aus vielen Kulturen, Kontinenten, Reisen und besonderen Erlebnissen.

Schon zu Beginn der ersten Klänge im Tempodrom applaudierten und sangen die Zuschauer aus vollem Halse mit. Paul Simon scheute sich nicht seine großen Hits direkt am Anfang zu spielen… manchmal in leicht abgeänderten Versionen, was seine Fans nicht davon abhielt aus einem Sitz- ein Stehkonzert zu machen. Und auch Paul Simon selbst schwang hin und wieder erstaunlich agil die Hüfte. Irgendwann, kurz vorm ersten Zugabenblock, legte er sein lila schimmerndes Jacket ab. Denn schon bei den ersten Klängen von „You Can Call Me Al“ springt das Publikum sofort von den Sitzen auf und ist nicht mehr zu bremsen. Und wir hatten das Gefühl, dass diese Stimmung sich auch auf Paul direkt übertrug. Bis in die letzten Reihen des vollbestuhlten Tempodroms standen die Leute… tanzten, klatschten, trampelten und sangen mit. Es schien als ob Paul Simon vielen Zuschauer eine kleine Reise zurück in die Jugend schenkte… noch mal zurück in die Zeit als alles begann, zurück in die späten 60-iger, als er mit Art Garfunkel Geschichte schrieb. Hits aus 50 Jahren wurden gestern im Tempodrom gespielt. Nach sechs Zugaben, unter denen auch die aktuelle Single „Wristband“ war, beendet Paul Simon das über zweistündige Konzert. Ein Song durfte allerdings nicht fehlen, mit dem der kommerzielle Durchbruch 1965 gelang… „The Sound of Silence“. Nur Paul allein mit seiner akustischen Gitarre, spielte er eine wunderschöne, reduzierte und minimalistische Version dieses Superhits. In diesem Moment war es im Tempodrom ganz still. Jeder lauschte den Klängen dieses wunderschönen Liedes. Beim Ende des Songs war klar, dass Paul Simon nun seine letzte Zugabe in Berlin gegeben hat. Doch bevor er die Bühne verließ, bedankte er sich ebenfalls mit Applaus beim Publikum und die Zuschauer in der ersten Reihe verabschiedete er mit einem freundlichen Handschlag. Wir finden, Paul Simon ist eine Musiklegende zum Anfassen.

Dirk S. & Jean B.

 

Über den Autor

Jean Bork

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