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Retrospektive Träume und Visionen / HR Giger

Die Arbeiten des Künstlers HR Giger präsentierten sich immer in selberweise durch wiederkehrende Verschmelzung von Technik und Mechanik mit durchaus menschlichen Zügen zu einer Kreatur ähnlichen Gestalt aus der Phantasie zusammen. Dabei orientierte sich Giger an Dämonen, düsteren Verschmelzungen von Mensch und Maschine, die der Schweizer zu okkulten und phantasievollen Gemälden und Skulpturen verarbeitete. So zum Beispiel arbeitete er vorwiegend mit dunkleren Farben und naturfreien Inhalten und demonstrierte so die Atom- und Zerstörungsängste der 1960er und 70er Jahre und zugleich stilbildend wirkende kalte Ästhetik der 1980er Jahre.

So waren auch neben vielen Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen auch Möbelstücke in seiner Sammlung. HR Giger war einer der populärsten, aber auch umstrittensten zeitgenössischen Künstler, der wie kaum ein anderer die Popkultur mitprägte. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Giger durch seine Arbeit für den Film “Alien”, die ihm einen “Oscar” einbrachte. Schon früh entstanden Tuchfederzeichnungen und erste Skulpturen. Bekannt wurden unteranderem Skulpturen und Bilder wie die „Gebärmaschine“ und „Kofferbaby“. Als Szenen- und Kostümbildner prägte er mit seinem Stil bekannte Filme wie „Alien“,  „Dune – Der Wüstenplanet“, „Species“, „Poltergeist II“ „Alien III“ sowie „Batman Foever“. HR Giger benutzte dafür die Airbrush-Technik, die er mitentwickelte. Damit fand er die perfekte Methode für die Darstellung seiner Mutantenwesen.

Seine graphischen und malerischen Werke sind gefüllt mit ungewöhnlichen, bizarren und phantastischen Formen. Gigers Biomechanoide sind Archetypen, surrealistische Wesen, die als Metapher für die menschliche Natur dienen, erschaffen durch Chirurgie und genetische Manipulation.

HR Giger, ein Maler und plastischen Künstler, der ein reiches künstlerisches Oeuvre vorgelegt hatte, das im weitesten Sinne dem Surrealismus zugerechnet werden kann. Häufiges Thema ist die Verschmelzung von Technik und Organischem. Giger setzte sich intensiv mit Mystik und Magie auseinander, deutlich wurde das in Zyklen zum “Necronomicon” oder im “Tarot”. Die beiden bei ihm eng verwobenen “rote Fäden” in seinem gesamten Werk sind die Themen Sexualität und Tod.  

Um seine Person machte er kein Aufheben. Den durch den Oscar für die Ausstattung in Ridley Scotts Science-Fiction-Film „Alien“ errungenen Ruhm nahm er selbst nicht wichtig. Tatsächlich hatte ihm der Erfolg in Hollywood nicht nur gut getan. Denn in der Welt der Kunstszene wurde Giger seither geschnitten. Ausstellungen in die Kunstmuseen waren nicht mehr zu finden und die Museen kauften keine Werke mehr an. Gleichzeitig war aber seine Popularität in der Tattoo-Szene, bei den Designern, Esoterikern und Filmfreaks merkbar gewachsen. Das hatte auch sein Schaffen wesentlich beeinträchtigt.

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