LIFESTYLE

„Rocking All Over The World“ ein letztes Mal auf der Bühne

verfasst von Jean Bork

Die gestandenen Rock-Dinos Status Quo spielten in der Berliner Max-Schmeling-Halle ein letztes Mal mit elektrischen Gitarren. Fast 7000 Besucher stürmten am gestrigen Abend dorthin um diese Kultband würdig zu verabschieden.

Foto: Dirk Schiemann

Foto: Dirk Schiemann

Zuvor gaben jedoch noch Special Guest Uriah Heep 60 Minuten lang als Einheizer eine tolle Show. Sänger Bernie Shaw ist zwar ein wenig in die Jahre gekommen, im Rockbusiness wird schließlich keiner jünger. Weißes Haar und einen wohlgeformten Bauch zieren mittlerweile sein Antlitz, aber die Stimme sitzt und behält selbst bei hohen Lagen ihre Kraft. Seit 46 Jahren spielen sie feinsten Hard Rock mit dem einzigen noch verbliebenen Gründungsmitglied Mick Box an der Gitarre. Das Publikum ist anfangs noch etwas schüchtern in ihren Bewegungen, auch wenn Schlagzeuger Russell Gilbrook hinterm Schlagzeug spielt als wenn es kein Morgen gibt. Später jedoch bei den Hits „Lady in Black“ und vor allem „Easy Living“ ist das Publikum nicht mehr zu halten. Alle Handys gehen spätestens jetzt nach oben und es wird lautstark mitgesungen. Am Ende will man sie kaum gehen lassen. Ein würdiger Auftakt für einen tollen Abend.

Nach 30 minütiger Umbaupause ist es dann endlich soweit, pünktlich um 21.00 Uhr entern Status Quo, mit Gitarrist und Sänger Francis Rossi an der Front, die Bühne. Irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass sie sich an diesem Abend ganz besonders ins Zeug legen. Ein letztes Mal, alles geben. Selten haben sie so kraftvoll und laut gespielt wie an diesem Abend, schließlich ist diese Tour, mit dem Namen „The Last Night Of The Electrics“, auch ein Abschied. Wenn auch nicht von den Turnschuhen, aber Status Quo stehen ein letztes Mal mit elektrischen Gitarren auf einer Berliner Bühne. Auch das fällt uns schwer zu realisieren, denn sie machen einen wirklich fitten Eindruck, vor allem Gründungsmitglied Francis Rossi trotzt seinen 67 Jahren. In Zukunft wollen Status Quo also nur noch akustisch auftreten, wie bereits schon die letzten beiden Alben den Weg vorzeichneten. Vielleicht ist es auch besser nach so vielen Jahren alles ruhiger anzugehen. Der zweite Kopf der Band, Rick Parfitt, fehlte leider, da er sich von einem im Sommer auf Tour erlittenen Herzinfarkt erholt. Als Gitarrenpartner-Ersatz wurde Ritchie Malone engagiert, der zur Freude der Fans ein Deutschland-Armband trug und Bassist John Edwards übernahm die Gesangsparts von Rick. Man sieht Francis die Spielfreude mit dem jungen Gitarristen an. Alle harmonieren sehr gut und haben verdammt viel Spaß an ihrer ‚Arbeit‘, die alten Hasen und die jungen Wilden. 100 Minuten rollt die englische Boogie-Maschine mit Vollgas durch Berlin! Songs wie „The Wanderer“, „In The Army Now“, „Down Down“, „Whatever You Want“ und „Rocking All Over The World“ durften natürlich nicht fehlen. 

Nach der letzten Zugabe „Johnny Be Goode“ verließen Status Quo die Bühne… eigentlich kaum zu fassen. So ging es sicherlich nicht nur uns. Wir sagen DANKE an diese phänomenale Band und diesen einzigartig gestrigen Abschluss! Für uns ein unvergesslicher Abend der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Dirk S. & Jean B.

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Jean Bork

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