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Schlafstörungen

verfasst von Nancy Schmidt

Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen, in Deutschland etwa 25 Prozent, unter Schichtarbeitern sogar knapp 40 Prozent. Sie liegen stundenlang wach, fühlen sich am nächsten Tag schlapp und haben schon morgens Panik vor der nächsten Nacht.

Zu wenig Schlaf macht krank

In unserer modernen Industriegesellschaft scheinen die Zeiten des guten Schlafs vorbei zu sein. Im Zuge der Globalisierung, Flexibilisierung der Arbeitszeit und des 24-Stunden-Services wird die Nacht immer mehr zum Tag gemacht. Viele Menschen leiden daher unter Schlafstörungen und Schlafmangel. Nicht schlafen können nervt nicht nur, sondern ist auch extrem ungesund. Chronische Störungen des Schlafes beeinträchtigen Leistungs-, Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden. Und das mit gravierenden gesundheitlichen Langzeitfolgen. Zu wenig Schlaf kann zu psychischen Störungen wie Depressionen führen.

Schlaflosigkeit hat viele Gesichter

Was ist eigentlich eine Schlafstörung? Damit bezeichnen Schlafforscher Zustände, die einen Menschen daran hindern, erholsam zu schlafen. Am Tage sind sie daher sehr müde. Die Schlafmedizin unterscheidet bis zu 80 verschiedene Formen von Schlafstörungen.

Insomnie beziehungsweise Hyposomnie heißen Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht, die in der Regel psychische Gründe haben wie zum Beispiel unzureichende Stressbewältigung, Grübeln oder negative Gedanken. Hypersomnie nennt man Probleme, tagsüber wach zu bleiben, ungewolltes Einschlafen oder Einnicken am Tage und das Gefühl, trotz ausreichender Schlafdauer permanent schläfrig zu sein. Parasomnie sind schlafgebundene Störungen in der Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlafen, zum Beispiel Schlafwandeln. Häufige Begleiterscheinungen sind nächtliches Aufschrecken, Zähneknirschen oder Alpträume. Narkolepsie bezeichnet eine chronische Müdigkeit verbunden mit gelegentlichen Schlafattacken.

Allgemeine Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sind häufig bei Menschen zu finden, deren innere Uhr durch Schichtarbeit, häufiges Reisen oder ähnliches gestört ist.

Einfache Lösungen

Wer unter leichten Schlafstörungen leidet, kann schon mit wenigen einfachen Mitteln seinen Schlaf verbessern. Warme Bäder bei 34 bis 36 Grad mit Melisse, Hopfen oder Baldrianzusätzen, abendliche Spaziergänge oder Muskelentspannungstraining, ein kühles Schlafzimmer und eine gute Matratze können schon helfen. Und wer wirklich mal gar nicht schlafen kann, der sollte lieber aufstehen und sich mit einer langweiligen Tätigkeit ablenken, anstatt im Bett zu liegen und zu grübeln oder sich zu ärgern. Nach einiger Zeit wird dann (fast) jeder wieder müde.

Weniger ist mehr

Wer unter chronischen Schlafstörungen leidet, kann es mit einer Behandlung durch Schlafentzug versuchen. Schlafverkürzung heißt das Stichwort. Die Patienten liegen unter therapeutischer Anleitung über mehrere Wochen nur solange nachts im Bett, wie sie tatsächlich schlafen. Das können unter Umständen nur zwei bis drei Stunden sein. Tag für Tag wird die Schlafperiode verlängert, bis sich allmählich ein normaler Schlafrhythmus wieder einstellt.

Schlafen

Der Mensch verschläft etwa ein Drittel seines Lebens. Im Schlaf kann der Körper regenerieren, Gelerntes abspeichern und Krankheiten abwehren. Aus diesem Grund ist eine gesunde Schlafhygiene wichtig für unser Wohlbefinden.

Im Schlaf Regeneration und Verarbeitung

Unser Körper signalisiert uns, wenn er eine Pause und Erholung braucht. Wir werden müde, können uns nicht mehr konzentrieren, fangen an zu gähnen. In der Zirbeldrüse unseres Gehirns wird ein Hormon namens Melatonin ausgeschüttet, das die Körperfunktionen auf das Schlafen vorbereitet und uns langsam auf Sparflamme setzt. Dabei fällt unsere Körpertemperatur um einige Grad ab, Atmung und Puls werden langsamer, der Blutdruck sinkt.

Von wegen untätig

Aber wir sind beim Schlafen nicht untätig und schalten keineswegs total ab. Im Gegenteil, im Bett beginnt eine hoch organisierte Abfolge von Ereignissen in Körper und Geist. Das Einschlafen dauert zwischen fünf und etwa 30 Minuten. An den eigentlichen Moment des Einschlafens können wir uns nie erinnern, er trifft uns wie ein Blitz. In Sekundenbruchteilen setzt das Gehirn chemische Substanzen frei, die das Bewusstsein abschalten. Danach wechseln sich Tiefschlaf- und Traumphasen etwa im 90-Minuten-Rhythmus ab. Nur in den Tiefschlafphasen sind unsere Körperfunktionen ruhig gestellt. In den Traumphasen läuft das Gehirn auf Hochtouren, der ganze Körper steht praktisch unter Strom.

Schnelle Augenbewegungen

Schlafforscher haben herausgefunden, dass wir zunächst in den Tiefschlaf fallen. Der Körper schüttet große Mengen von Wachstumshormonen aus, die er für seine Regeneration braucht. Das Immunsystem wird aktiviert, Abwehrzellen fahnden nach unerwünschten Eindringlingen wie Viren und Bakterien und machen sie unschädlich. Nach etwa einer Stunde wechseln wir zum ersten Mal in die Traumphase, in der die Augen sich unter den Lidern schnell hin und her bewegen. Der Traumschlaf dient hauptsächlich der geistigen Erholung. Anders als im Tiefschlaf, kommt es in der Traumphase zu einer Aktivierung von Körpervorgängen. Mit dem Beginn einer REM-Schlafepisode wird die Atmung unregelmäßig, und auch Puls und Blutdruck zeigen kurzfristige Schwankungen. Wir befinden uns fast im Wachzustand, die Muskeln sind aber lahm gelegt. In der Traumphase wird der Tag verarbeitet. Unser Gehirn ist jetzt sehr aktiv. In der ersten Nachthälfte verarbeiten wir Tagesereignisse aus Berufs- und Privatleben. Dadurch werden im Gehirn Speicher geleert, die am Tage wieder benötigt werden. In der zweiten Nachthälfte haben wir oft irreale und bizarre Träume. Im Traumschlaf kann sich die Fantasie ungehindert entfalten. In dieser Phase werden vermutlich Bereiche des Gehirns trainiert, die tagsüber unterfordert sind.

Wie man sich bettet

Die Vorgänge im Innern des Körpers können wir während des Schlafens kaum steuern. Beeinflussen können wir aber die äußeren Bedingungen für unseren Schlaf, wie zum Beispiel die Beschaffenheit von Bett und Matratze, die Atmosphäre im Schlafzimmer oder unsere Lebensgewohnheiten. Der Körper selbst muss zunächst einmal gut gelagert werden, damit ein erholsamer Schlaf überhaupt eintritt. Die Wahl der Matratze ist hierbei sehr wichtig. Sowohl eine zu harte als auch eine zu weiche Unterlage schadet Schultern, Hüften und Wirbelsäule. Wichtig ist es, dass der Körper von der Matratze an den entscheidenden Stellen unterstützt wird.

Träume

Wenn Menschen schlafen, dann träumen sie alle und immer. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich 80 Prozent aller Menschen an ihre Träume erinnern. Und auch wer sich nicht erinnert, träumt jede Nacht. Der Traum ist nicht nur ein Merkmal der menschlichen Existenz, er ist sogar überlebenswichtig, sowohl für den Körper als auch für die Psyche. Der Traum gehört zum Menschen. Kein Wunder, dass dieser sich seit der frühesten Antike mit seinen Träumen beschäftigt.

Über den Autor

Nancy Schmidt

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