FASHION

Smarte Textilien: Mode und Autos haben einiges gemeinsam

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jean-Luc Valentin
verfasst von Nancy Schmidt

Techtextil präsentiert intelligente Mode im Rahmen der Fashiontech während der Berlin Fashion Weekwatch The Maze Runner movie online now

Technische Textilien bieten Inspiration für Modedesigner und lassen sie über den Tellerrand hinaus blicken

Sie heizen, leuchten und kommunizieren: Intelligente Textilien – auch Smart Textiles genannt. „In smarter Mode stecken häufig Technologien, die eher aus modefernen Branchen bekannt sind, etwa der Architektur, dem Automobilsektor, der Luftfahrt oder der Medizinindustrie“, so Michael Jänecke, Brand Manager der Techtextil und Texprocess bei der Messe Frankfurt. Anwendungsbeispiele für die Verbindung von Textil und Technologie präsentierte die Techtextil, Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe, heute auf der Fashiontech im Rahmen der Berlin Fashion Week. Die Techtextil zeigt damit, wo Designer Inspiration für neue Materialien und Technologien finden können.

Das „Monitor Dress“ der Berliner Designerin Lina Wassong zeigt den Herzschlag seiner Trägerin mit Hilfe großflächiger LEDs an. Möglich machen das leitfähige Silberfäden, aus denen der Jersey-Stoff des Kleides besteht. Die versilberten Polyamide werden von der Firma Statex aus Bremen hergestellt und kommen sonst in antistatischen Teppichen von Flugzeugen zum Einsatz. In der Human- und Veterinärmedizin sind die Fasern in versilberten Wundauflagen verarbeitet. In Smartphone-Hüllen eingesetzt, schützen sie die Mobiltelefone von Politikern und Polizei vor Datendiebstahl.

Das Berliner Modelabel „Moon Berlin“ verarbeitet in einer Kollektion von Wintermänteln textile Heizelemente, die sonst auch Autositze wärmen. Die Kollektion „Pink Bionic“ von Theresa Scholl (Hochschule Niederrhein) ist inspiriert von den „Solar Trees“, einem architektonischen Element des deutschen Pavillons auf der Expo Milano 2015. Mit Hilfe der integrierten Organischen Photovoltaik-Zellen (OPV) dient das Top als Ladestation für das Smartphone. Bedruckt wurde es mittels Sublimationsdruck – ein gängiges Verfahren aus der Werbemittelindustrie.

Smarte Textilien sind zudem auf dem besten Weg, in der Alltagsmode anzukommen. Dafür sorgen Unternehmen wie Interactive Wear aus Starnberg, die darauf spezialisiert sind, Elektronik in Textilien zu integrieren. Gemeinsam mit Modedesignern und –labels bringt Interactive Wear Smart Fashion in den Markt. Das Unternehmen hat 2005 die Wearable-Electronics-Aktivitäten von Infineon Technologies übernommen und arbeitet mit Modemarken wie Zegna oder Bogner zusammen.

Das gesamte Spektrum technischer Textilien für alle Anwendungsbereiche von der Automobilindustrie, über die Medizin bis hin zu Sport und Mode zeigt die Techtextil vom 9. bis 12. Mai 2017 in Frankfurt am Main. Ein Schwerpunkt der Leitmesse sind funktionale Bekleidungstextilien und Smart Textiles. Parallel dazu zeigt die Texprocess alle Schritte in der Verarbeitung textiler und flexibler Materialien. Beide Messen bieten Designern somit Inspiration und Orientierung zu neuen Materialien und Verarbeitungstechnologien.

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Nancy Schmidt

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