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Verleihung des Branchenoscars der Hotellerie „Hotelier des Jahres“ 2017

verfasst von Jean Bork
„Ein Hotel ist ein Beherbergungs- und Verpflegungsbetrieb für Gäste gegen Bezahlung. Es ist ein touristisches, dem Hotel- und Gaststättengewerbe zuzuordnendes Unternehmen. Für die Branche gilt der Begriff Hotelgewerbe.“ So heisst es bei wikipedia. Aber sowohl als Gast als auch als Hotelmitarbeiter weiß man, dass ein Hotel sehr viel mehr ist. Mittlerweile ist in der Hotelphilosophie jede Menge passiert. Der gestrige Abend veranschaulichte uns diese Innovation in der Hotelbranche im wunderschönen Interconti Berlin noch um ein vieles mehr. Die AHGZ verlieh bei der Gala mit rund 1.000 Gästen den Branchenpreis „Hotelier des Jahres“. Bereits seit 1990 ehrt die AHGZ – Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (dfv Mediengruppe) mit der namhaften Auszeichnung „Hotelier des Jahres“ herausragende Leistungen in der Hotellerie. Durch den Abend führte Nachrichtensprecherin Judith Rakers. Die Laudatoren waren „Stern“-Chefredakteur Christian Krug und Moderator Johannes B. Kerner. Beide plauderten ein wenig aus dem Nähkästchen, und wir erfuhren mit einer Prise Witz und Charme ein wenig über die Ideen und Charaktere der beiden Preisträger, die sofort zu echten Sympathieträgern wurden. 
  
So ging der Special Award an Dr. Christian Harisch der Lanserhof GmbH
Seit fast 20 Jahren ist Dr. Christian Harisch Geschäftsführer und gemeinsam mit Kommerzialrat Anton Pletzer und Stefan Rutter Eigentümer des Lanserhofs. Was 1998 mit dem Erwerb des Lanserhofs in Lans/Tirol im Kleinen begann, hat sich im Laufe der Jahre zu etwas Großem entwickelt. Heute zählen zu der Lanserhof GmbH das Stammhaus in Lans, das Lans Medicum in Hamburg und der Lanserhof am Tegernsee. 2016 erwirtschafteten die Häuser zusammen einen Netto-Umsatz von knapp 50 Mio. Euro. Und auch das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern: 2019 soll ein Lanserhof auf Sylt eröffnen.
Zu den internationalen Gästen der Lanserhof-Hotels zählen Top-Manager, Politiker und Stars aus Film und Fernsehen. Wer seinen Körper im Lanserhof auf Vordermann bringen will, zahlt für das Doppelzimmer 350 Euro und für die teuerste Suite 1550 Euro pro Tag – exklusive Behandlungen. Im Schnitt verweilen die Gäste nach Unternehmensangaben mindestens neun Tage. 
Christian Harisch (50) stammt aus einer Hoteliersfamilie aus Kitzbühel und betreibt dort noch das Fünf-Sterne-Hotel Weisses Rössl und das Vier-Sterne-superior-Hotel Schwarzer Adler, die sich seit mehr als 100 Jahren in Familienbesitz befinden. Obwohl Harisch nach seiner Ausbildung als Touristikkaufmann Jura studierte und promovierte, kam er nie vom Gastgewerbe los.
Die Begründung des Juryvorsitzenden Rolf Westermann lautet: „Dr. Harisch hat mit dem Lanserhof Lans und dem Lanserhof Tegernsee Maßstäbe im Bereich Medical Spa gesetzt. Der Lanserhof steht seit mehr als 30 Jahren für eine innovative Vitalmedizin und ist mit seinem Konzept eine in Europa vielfach ausgezeichnete medizinische Institution. Das Lans Med Concept ist eine Symbiose aus traditioneller Naturheilkunde und modernster Medizin.“
Auch Johannes B. Kerner ist gern gesehener Gast und geniesst jede Minute dort. Lustig erzählte er uns allen, dass Dr. Christian Harisch nie das Haus verlassen lässt, ohne nicht vorher mit ihm zusammen einen Espresso mit einem Stück Guglhupf genossen zu haben. Dr. Harisch selbst bedankte sich mit Herzensworten bei seiner Familie, die mit ihm auch eine schwierige Zeit durchgestanden haben. So gab es doch anfangs einige Höhen und Tiefen zu überwinden. Am Ende siegte jedoch ein tolles Konzept und ein phänomenaler Einsatz seiner Mitarbeiter, die den Lanserhof zu dem machen was er jetzt ist.
  
Der Preis Hotelier des Jahres ging an Christoph Hoffmann, Co-Founder und CEO der 25hours Hotels Company aus Hamburg.
Christoph Hoffmann hat 2005 zusammen mit Partnern die 25hours Hotel Company gegründet. Die DNA der jungen Hotelgruppe ist es, lokale Geschichten zu erzählen und maßgeschneiderte Konzepte zu verwirklichen. Der Slogan lautet: „Kennst Du eins, kennst Du keins.“ Damit ist das Gegenteil vom Hotel von der Stange gemeint, Individualität wird groß geschrieben. Die kleine Company, die sich als kreative Alternative zum „Einheitsbrei in der Kettenhotellerie“ versteht, expandiert mit Maß. Zurzeit gehören zu der Gruppe acht Häuser in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Wien und Zürich. Im Bau sind vier Hotels in Zürich, München, Düsseldorf und Köln. Der Juryvorsitzende Rolf Westermann, Chefredakteur der AHGZ -Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung, begründet die Entscheidung wie folgt: „Christoph Hoffmann hat mit seinen derzeit acht 25hours Hotels die Blaupause für die modernen, lokal verankerten Lifestyle-Hotels geliefert. Elemente von 25hours sind in vielen anderen Konzepten zu finden. Hoffmann ist mit seinen Häusern auch eine Wiederbelebung der Hotelgastronomie gelungen, wie zum Beispiel mit dem Restaurant Neni im 25hours Hotel Bikini Berlin.“ 
Eine lustige Anekdote erzählte uns Laudator und „Stern“-Chefredakteur Christian Krug. So ist Christoph Hoffmann ein Mann, der auf Reisen in seinem Koffer gern Glühbirnen mit sich führt. Diese kommen dann schon mal zum Einsatz, wenn ihm die Lichtinstallation in seinem Hotelzimmer nicht gefällt. 
Tosender Applaus und zahlreiche Fotos begleiteten die beiden Preisträger nach Ende der Verleihung.
 
Gefeiert wurde noch bis in die frühen Morgenstunden mit erfrischenden Drinks, leckeren Speisen und toller Musik. Ein herzliches Dankeschön geht von unserer Seite auch an die einwandfreie Organisation. Die Servicemitarbeiter lasen uns jeden Wunsch von den Augen ab. Es war ein freudiger Abend. 
  
Und ganz nebenbei gab es auf dem Deutschen Hotelkongress weitere erfreuliche Nachrichten zu verkünden. Denn auch 2017 wird viel investiert. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Treugast dürften 2017 bundesweit rund 197 Hotels mit 27.700 Zimmern eröffnet werden. Allein in München wird sich der Markt laut Treugast um zirka 3600 Zimmer erweitern, in Hamburg sogar um 3700 Zimmer. Dabei stehen viele hochwertige Projekt im Mittelpunkt: In München eröffnet das erste Andaz von Hyatt in Deutschland sowie das 25hours The Royal Bavarian. In Hamburg starten das Luxushotel The Fontenay und das „Wohnzimmer“ Pierdrei, in Berlin kommen zwei riesige Motel One Häuser mit jeweils über 500 Zimmern hinzu sowie das burlesque Boutique-Hotel Provocateur – um eine Auswahl zu nennen. Podiums-Teilnehmer des Hotelkongresses sind unter anderem der Vorsitzende des Hotelverbandes Otto Lindner, der CEO von Kempinski Markus Semer, EU-Kommissar Günther Oettinger sowie der Digital Native und Autor Philipp Riederle. Parallel läuft die HotelExpo. 

Wir gratulieren von ganzem Herzen Dr. Christian Harisch zum Special Award und Christoph Hoffmann zu der Auszeichnung Hotelier des Jahres.

Unten gibt es weitere interessante Fakten zu den beiden Siegern des Abends. 

Die Verleihung „Hotelier des Jahres“ hat uns sehr gut gefallen. Die Hotellerie ist eine Branche der Weiterentwicklung, und sie macht es jedes Jahr spannender. So freuen wir uns schon sehr auf nächstes Jahr, wenn der Branchenoscar „Hotelier des Jahres“ 2018 vergeben wird. Aber bis dahin wünschen wir vor allem der Hotellerie ein erfolgreiches Jahr 2017.

Dirk S. & Jean B.

Foto: Thomas Fedra

Zahlen und Fakten: Lanserhof GmbH, Lans bei Innsbruck
Gegründet: 1998
CEO/Gesamtgeschäftsführer: Christian Harisch
Gesellschafter: Familie Harisch und Stefan Rutter (75 Prozent), Anton Pletzer (25 Prozent)
Hotels: Lanserhof Lans, Lanserhof Tegernsee), Lans Medicum Hamburg (ambulante Einrichtung). Harisch Hotels: Schwarzer Adler, Weißes Rössl Kitzbühel, Margarethenhof Tegernsee
Kategorie: Medical Spa Hotels
Zimmer: 68 (Lanserhof Lans), 70 (Lanserhof Tegernsee)
Belegung: 90 Prozent
Gesamt-Umsatz: 50 Mio. Euro
Durchschnittlicher Zimmerverkaufspreis netto: 800 Euro Lanserhof (inkl. Gesundheit, in beiden Häusern)
Aufenthaltsdauer: 9 Tage (Durchschnitt)
Kontakt: www.lanserhof.com

Zahlen und Fakten: 25hours Hotel Company, Hamburg
Inhaber: Christoph Hoffmann, Kai Hollmann und Stephan Gerhard zu gleichen Teilen
Geschäftsführer: Christoph Hoffmann
Hotels: 25hours Bikini Berlin (149 Zimmer), 
25hours Hotel Hamburg Number One (128 Zimmer),
25hours Hotel Hamburg Hafencity (170 Zimmer),
25hours Hotel Hamburg Altes Hafenamt (49 Zimmer) – derzeit geschlossen, 
25hours Hotel Frankfurt by Levi’s (76 Zimmer), 
25hours Hotel Frankfurt The Goldman (97 Zimmer), 
25hours Hotel beim Museumsquartier Wien (217 Zimmer), 
25hours Hotel Zürich West (126 Zimmer).
Im Bau: Düsseldorf (2018), Zürich Langstrasse (2017), München (2017) und Köln (2018)
Kategorie: keine Klassifizierung
Zielgruppen: jung, urban
Kooperation: Design Hotels
Zimmer: 1012
Belegung: 85 Prozent
Gesamtumsatz: 62 Mio EUR (2016)
Durchschn. Zimmerverkaufspreis netto: 135 Euro
Zimmerumsatz pro Jahr: 38 Mio EUR (2016)
Anteil Logis/F&B: 57/39/4 (sonst)
Mitarbeiter: 500
Kontakt: www.25hours-hotels.com 

 

Über den Autor

Jean Bork

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