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Wechseljahre

verfasst von Nancy Schmidt

Die Wechseljahre sind eine Zeit des Umbruchs und der Beschwerden. Manchen bieten sie aber auch eine neue Chance. Viele Frauen setzen sich in dieser Phase zum ersten Mal mit dem Älterwerden auseinander. Die Veränderungen des Körpers können zwar den Alltag trüben, doch der neue Lebensabschnitt bedeutet für viele Frauen auch eine neue Freiheit.

Die Biologie der Wechseljahre

Genau genommen gehen Frauen zweimal durch die Wechseljahre. Das erste Mal, wenn der Körper geschlechtsreif wird. Das zweite Mal, wenn er diese Geschlechtsreife wieder verliert. In der Pubertät muss der Körper lernen, sich auf die Ausschüttung der Geschlechtshormone einzustellen und das richtige Maß zu finden. Auch diese frühen Wechseljahre sind nicht angenehm. Körper und Seele haben ordentlich zu schaffen, bis sie wieder im Gleichgewicht sind.

Warum sollte es also bei den zweiten Wechseljahren leichter sein? Das Image dieser Wechseljahre ist in der Gesellschaft nicht gerade positiv. Häufig werden die Wechseljahre mit dem Verfallsdatum der Jugend gleichgesetzt. Was soll danach noch kommen?

Biologisch macht es Sinn, dass Frauen in die Wechseljahre kommen. Es ist eine Raffinesse der Natur. Der weibliche Körper ist nur in der Lage, Kinder zu bekommen, so lange die Frau von Natur aus genügend Zeit hat, den Nachwuchs groß zu ziehen. Doch damit ist irgendwann Schluss. Der hormonelle Wandel während des Klimakteriums bedeutet das Ende der Geschlechtsreife. Die Hormonproduktion versiegt langsam. Der Körper muss sich an diese Veränderungen erst gewöhnen. Der gesamte Prozess des Klimakteriums dauert mehrere Jahre. Er erstreckt sich in der Regel zwischen dem 45. und dem 60. Lebensjahr. Die Wechseljahre sind ein normaler physiologischer Prozess, während dessen die meisten Frauen mit diversen Beschwerden zu kämpfen haben.

Eine Sache der Hormone

Der langsame Rückgang der Hormonproduktion in den Eierstöcken beginnt in der Regel um das 50. Lebensjahr herum. Blutungsunregelmäßigkeiten, Hitzewallungen, Herzrasen, Haarausfall, Stimmungsschwankungen oder gesteigerte Nervosität sind typische Symptome. Durch den einsetzenden Östrogenmangel bleiben schließlich die Regelblutungen ganz aus. Dieser Prozess wird Menopause genannt. Die veränderten Konzentrationen der weiblichen Geschlechtshormone beeinflussen auch Haut und Haare, Gewicht, Fett- und Knochenstoffwechsel.

Vermutlich werden die Wechseljahre dadurch ausgelöst, dass sich im Laufe der Geschlechtsreife das Keimgewebe in den Eierstöcken verbraucht.

Wechseljahre beim Mann

Auch beim Mann geht es mit zunehmendem Alter hormonell bergab. Ein 60-jähriger hat nur noch 30 Prozent des Testosteronspiegels, den er als 30-jähriger hatte. Wenn also bei Männern jenseits der 40 die sexuelle Lust erlahmt, sie sich antriebsloser fühlen und die Haare ausfallen, scheinen die Wechseljahre erreicht.

Experten streiten sich darüber, ob der sinkende Hormongehalt mit Krankheitssymptomen verbunden ist und daher behandelt werden sollte. Ob es bei Männern wirklich einen ähnlichen Übergang wie bei Frauen gibt oder ob es nicht nur ein natürlicher Alterungsprozess ist, ist fraglich. Die viel zitierte Midlife-Crisis ist eher Ausdruck der typischen Lebenskonflikte, die im gesetzteren Alter in den Mittelpunkt rücken. Dazu gehören Krisen im Beruf, in der Familie oder in der Liebe.

Rein biologisch hört bei Männern die Geschlechtsreife nicht auf. Sie sind bis ins hohe Alter zeugungsfähig. Die allmähliche Verminderung des Testosteronspiegels wirkt sich beim Mann weniger stark aus. Er leidet nur selten unter den bei Frauen typischen Hitzewallungen.

Über den Autor

Nancy Schmidt

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